Die Mitte Januar eingeführte Abwrackprämie hat in Deutschland entgegen dem europäischen Trend zu einer spektakulären Wiederbelebung der Auto-Nachfrage geführt. Obwohl der Pkw-Absatz im Februar EU-weit im Vergleich zum Vorjahresmonat um 18,3 Prozent nachgab, geschah in Deutschland genau das Gegenteil: Mit einem Plus von 21,5 Prozent gerierte sich die Bundesrepublik als wirtschaftliche Lokomotive des Kontinents.
Damit weist der Verband der europäischen Automobilhersteller Deutschland den besten Februarwert seit zehn Jahren aus. Noch stärkeren Eindruck macht das Bild, wenn man sich einzig den Auftragseingang ansieht, gab es hier sogar einen astronomisch anmutenden Zuwachs von 61 Prozent zu verzeichnen.
Für den Rest Europas ging es zwar weiter bergab, doch scheint zumindest der Negativtrend gebrochen, was auf die in manchen Ländern später als in Deutschland getätigte Einführung einer Abwrackprämie zurückzuführen ist. Immerhin hat sich der Absatzrückgang im Vergleich zum Minus in Höhe von 27 Prozent im Januar um neun Prozent reduziert. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass der Februar dieses Jahr einen Tag kürzer war als in 2008, was weitere 4,5 bis 5 Prozent erklären dürfte. Reell handelt es sich also um einen Marktrückgang von 14,5 bis 15 Prozent, und somit um eine Abschwächung des Rezessionstrends.
Das Bild in den weiteren Kernmärkten der EU ist zwar auf den ersten Blick erstmal weiterhin katastrophal. Am schlimmsten steht es um Spanien, wo nach einer Boomphase von über einem Jahrzehnt die Ernüchterung auf dem Pkw-Markt mit einem Einbruch von 48,8 Prozent besonders heftig ausfällt. Doch auch Frankreich (-13,2 Prozent), Italien (-24,4 Prozent) und Großbritannien (-21,9 Prozent) sind vorerst noch weit von einer Rückkehr zum Vorjahresniveau entfernt.
Wenn man sich jedoch die Entwicklung im Vergleich zum Vormonat, dem Januar also, ansieht, bekommt das Bild schon erfreulichere Konturen. So konnte nicht nur in Deutschland der Absatz von 189.385 Stück auf 277.740 Pkws zulegen. Auch Italien (+ 7.871), Frankreich (+ 2.694) und selbst Spanien (+ 2.722) verzeichneten Abstiege bei den absoluten Verkaufszahlen.
Unter den Herstellern trennt sich derweil die Spreu von Weizen. Während manche Häuser wie VW dem Gegenwind halbwegs standhalten, und europaweit im Vergleich zum Vorjahr zumindest Marktanteile gutmachen, dreht sich für andere die Negativspirale nur noch rascher in Richtung Abgrund (vor allem Peugeot, GM und Renault). Während VW und Ford im Vergleich zum Februar 2008 ihre europäischen Marktanteile von jeweils 19,8 Prozent auf 21,7 Prozent sowie von 9,2 auf 9,8 Prozent steigern konnten, heißt der klare Gewinner unter den Kleinstherstellern zumindest in Deutschland überraschenderweise eindeutig Fiat. Mit einem Plus von 44,8 Prozent konnte der auf Kleinwagen fokussierte Turiner Konzern von der Krise profitieren und seinen Marktanteil auf 3,9 Prozent ausbauen. Auch europaweit sind die Italiener der dritte Hersteller, der seinen Marktanteil ausweiten konnte, und zwar von 8,9 auf 9,1 Prozent.
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Zweierlei gibt es nun in den kommenden Monaten zu beobachten: Ob und in welchem Maße die Einführung einer Abwrackprämie auch in den anderen EU-Kernmärkten zu einer Wiederbelebung des Geschäfts führt; und wie lange der künstlich durch Subventionen eingeläutete Positivtrend noch anhält. Sobald die staatlichen Gelder nämlich aufgebraucht sind, könnte auch die Neuwagen-Blase wieder platzen.