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Transrapid-Trasse in München: Bund und Bayern wieder im Clinch

18.08.2008POSITIVE ABER AUCH SKEPTISCHE REAKTIONEN

China holt den Transrapid überraschend aus der Versenkung – Streckenverlängerung geplant

Die totgeglaubte Transrapid-Technologie erhält in China etwas überraschend eine neue Chance. Die Regierung will die Shanghai-Strecke um rund 200 Kilometer bis in die Touristenstadt Hangzhou verlängern. Der Start für das umstrittene Projekt ist in den kommenden Jahren geplant. Die Gesamtkosten beziffern die Behörden derzeit auf rund 3,3 Milliarden Euro. Deutsche Industriekreise reagierten unterdessen skeptisch auf die Ankündigung aus Fernost.

„Nach mehr als einem Jahr der Verzögerungen gibt es endlich grünes Licht für den Bau der Transrapid zwischen Shanghai und Hangzhou“, schrieb die Zeitung 'Shanghai Daily'. Zuvor hatte die Provinzregierung von Zhejiang, zwischen deren Metropole Hangzhou und Chinas Superindustriestadt Shanghai die deutsch-chinesische Schwebebahn verkehren soll, den Projektbeschluss in ihrem Fünfjahresplan 2008 bis 2012 bekanntgegeben. Die Fahrzeit zwischen den beiden Metropolen soll sich dadurch von derzeit 90 auf dann 30 Minuten verkürzen.

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Der Bau der insgesamt genau 199,4 Kilometer langen Trasse soll nach Regierungsplänen im Jahr 2010 beginnen. Die Strecke würde die derzeit 31,5 Kilometer lange Verbindung zwischen dem internationalen Flughafen Shanghai und dem Geschäftsviertel Pudong bis nach Hangzhou fortführen. Beamte beziffern die Baukosten der Strecke mit mindestens drei Bahnhöfen auf 22 Milliarden Yuan, was rund 2,1 Milliarden Euro entspricht. Das Gesamtprojekt soll dann rund 35 Milliarden Yuan kosten, also etwa 3,3 Milliarden Euro. Die Strecke soll nach Fertigstellung des Baus im Jahr 2014 in Betrieb gehen.

In Deutschland löste die Nachricht einerseits positive Reaktionen aus, stieß andererseits aber auch auf Skepsis. „Diese Nachricht ist gut“, erklärten Kenner des Shanghaier Projekts, machten aber gleichzeitig darauf aufmerksam,  dass das Transrapid-Konsortium der Firmen Siemens und ThyssenKrupp ihre Präsenz in China bereits stark zurückgefahren habe. Die Experten bezweifeln außerdem, ob die Regierungspläne schon „entscheidungs- und spruchreif“ sind.

Allerdings zeige die Aufnahme in den Fünfjahresplan der Provinzregierung von Zhejiang durchaus, dass der Transrapid „in China wieder auf der unmittelbaren Tagesordnung steht.“ Es sind aber auch äußerst kritische Stimmen zu vernehmen.  „Die Chinesen wissen, dass wir uns in Deutschland aus dem Projekt verabschieden. Vielleicht wollen sie uns nur bei der Stange halten, weil sie unsere Technologie brauchen“, mutmaßt ein Industrieexperte. 

Bislang ist die von Siemens und ThyssenKrupp gebaute Magnetschwebebnahn nur in Shanghai im kommerziellen Einsatz. In der chinesischen Wirtschaftsmetropole verbindet der Transrapid den internationalen Flughafen mit dem rund 30 Kilometer entfernten Geschäftsviertel Pudong. Der Schwebezug stößt bei den Anwohnern allerdings auf zum Teil massive Kritik. Die Menschen an der Strecke fürchten besonders gesundheitsschädigende Strahlungen durch das elektromagnetische Feld der Schwebebahn. Auch gegen den Lärm hagelte es seitens der Anlieger schwere Proteste.

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