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VW-Aktie: Spekulanten und Hedgefonds finden in Porsche ihren Meister

02.11.2009HOCHGESTECKTE ZIELE

Volkswagen bläst in den USA zum Angriff: Neuer Passat soll Toyota verdrängen

Der Volkswagen-Konzern geht in die Offensive: Mit einer an den amerikanischen Markt angepassten Neuauflage des 'Passat' wollen die Wolfsburger Toyota Marktanteile abjagen und zum größten Autobauer der Welt aufsteigen.

Der speziell auf den US-Markt zugeschnittene Passat soll größer und breiter sein als sein deutsches Pendant und zudem auch noch deutlich günstiger. "Wir greifen die Wettbewerber an über Größe, Qualität und Preis", erklärte Stefan Jacoby, Amerikachef von VW, im Interview mit der 'Financial Times Deutschland' (FTD).

Der neue Wagen soll ab Mitte 2011 zum Kampfpreis von unter 20.000 Euro auf den Markt kommen. Damit will VW seinen Konkurrenten Toyota angreifen, der momentan mit seinem Modell 'Camry', der ab einem Preis von 20.000 US-Dollar angeboten wird, großen Erfolg hat. Die Japaner konnten von diesem Modell in den ersten neun Monaten dieses Jahres bereits mehr als 264.000 Stück absetzen, VW hingegen verkaufte im gleichen Zeitraum nur etwa halb so viele Autos - wenn man die Verkaufszahlen aller PKW-Modelle VWs aufsummiert.

Der Marktanteil von VW ist demzufolge mit nur zwei Prozent auch eher gering. Dies will Jacoby ändern und sieht dafür auch gute Chancen, denn "die Marke Volkswagen ist Teil der amerikanischen Popkultur, und die emotionale Bindung an die Marke ist stärker als bei Toyota und den etablierten Herstellern." Da die Amerikaner VW allerdings immer noch in erster Linie mit dem alten Käfer verbinden und ihnen neuere Modelle eher weniger bekannt sind, wird der Kauf eines Autos von VW oft nicht in Betracht gezogen. Jacoby hat daher vor, den Bekanntheitsgrad neuer Modelle mit der Hilfe von Werbekampagnen zu erhöhen: "In Amerika eine Bekanntheit wie Toyota zu erreichen ist in der Summe unser Ziel."

Die USA sind mit einem Volumen von mehr als zehn Millionen jährlich gekaufter Autos einer der wichtigsten Märkte der Welt. Um den Erzrivalen Toyota von Platz eins des größten Autobauers zu verdrängen muss VW daher im Wettbewerb auf dem amerikanischen Markt wieder Boden gut machen. Konzernchef Martin Winterkorn kündigte bereits ehrgeizige Ziele an: Bis 2018 soll der Konzern in den USA jährlich eine Million Autos der Marken Audi und VW verkaufen. Das wären viermal so viele Autos wie in diesem Jahr.

Für die kommende Zeit hat auch US-Chef Jacoby folglich klare Ziele vor Augen: "In den kommenden drei bis vier Jahren wollen wir unseren Absatz in den USA auf 400.000 bis 450.000 steigern."

Für die Produktion des neuen Passat muss VW ein neues Werk im US-Bundesstaat Tennessee errichten. Anders als die Premiumhersteller BMW und Mercedes hatte VW 1988 die Produktion in den USA eingestellt. Nun kommt es also zu einem Neuanfang. Eventuell werden in dem neuen Werk auch einmal Audi-Modelle gefertigt, so Jacoby, schließlich sei "das Gelände groß genug". Eine konzerninterne Entscheidung darüber sei bisher allerdings noch nicht gefallen.

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Die Entscheidung, Toyota auf dem hart umkämpften US-Markt anzugreifen, birgt Chancen und Risiken. Risiken, weil Toyotas Kostenstrukturen ganz andere sind als die von VW - dessen ist sich Jacoby auch bewusst: "Bevor das neue Werk fertig ist, werden wir hier nicht profitabel sein." Andererseits könnte das Timing für die Produktion des neuen Models im Jahr 2011 jedoch genau passen. Denn Jacoby rechnet mit nur einer geringfügigen Erholung im Jahr 2010: "Wir rechnen mit lediglich 10,5 Millionen Fahrzeugen." Was den Zeitraum darauf betrifft, ist Jacoby schon optimistischer: "In den Folgejahren könnten wir wieder 14 bis 15 Millionen erreichen." Also genau zu dem Zeitpunkt, an dem der neue Passat auf dem Markt kommen soll.

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