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Unicredit-Chef Alessandro Profumo: 'Die Zukunft liegt in der Universalbank'

02.10.2009BANKBOSS ERLÄUTERT SEINE STRATEGIE

Unicredit-Chef Profumo: 'Die Zukunft liegt in der Universalbank'

Alessandro Profumo, Chef der europäischen Großbank Unicredit mit Sitz in Mailand und bedeutenden Beteiligungen in Deutschland, Österreich und Osteuropa, hat sich für die Universalbank als erfolgsversprechendes Konzept für die Zukunft ausgesprochen. Die Bedeutung des Investmentbanknings werde hingegen zurückgehen, prohezeite der gebürtige Genuese.

Seine Vision für die Zukunft ist klar erkennbar: Unicredit-Chef Alessandro Profumo (52) sieht in der Universalbank das Geschäftsmodell der Zukunft für den Finanzbereich.

Im Gespräch mit der Oktober-Ausgabe des 'Manager Magazin' gab der ehemalige Absolvent der Mailänder Elite-Universität Bocconi zu Protokoll, er sehe eine schrumpfende Finanzbranche in den nächsten Jahren sowie einen Rückgang der Spezialisierung in dem Wirtschaftsbereich: "Es wird zwar weiterhin einige mehr oder weniger reinrassige Investmentbanken geben. Aber das dominierende Geschäftsmodell der Zukunft dürfte die breit aufgestellte Universalbank sein, die sich über den Zugang zu Kuneneinlagen mit Geld versorgen kann."

Den in der Öffentlichkeit in letzter Zeit kursierende Eindruck, dass es mittlerweile an den Finanzmärkten schon wieder hoch hergehe, und man bei nicht einmal überstandener Weltfinanzkrise im 'globalen Kasinokapitalismus' zu altbekanntem Fehlverhalten zurückfinde, teilt Profumo nicht: "Die zuletzt hohen Gewinnmargen im Investmentbanking dürften nicht von Dauer sein. Die bereits angekündigten strengeren Eigenkapitalregeln werden die Attraktivität des Handelsgeschäfts deutlich schmälern."

Dem Modell Großbank als solchem dürfe man darüber hinaus politisch keinen Riegel vorschieben, betont der italienische Bankmanager: "Heißt das, dass sich einzelne Länder in Zukunft kein international agierenden Banken mehr leisten können? Das wäre verheerend, schließlich spielen Größenvorteile auch in unserer Branche eine wichtige Rolle."

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Vor allem aber mache die Angst vor grenzüberschreitenden Bankzusammenschlüssen Europa auf Dauer für Attacken von außen angreifbar: "Wenn wir in Europa in unseren nationalstaatlichen Dimensionen verharren, müssten wir unsere Banken so klein halten, dass sie irgendwann von größeren ausländischen Konkurrenten übernommen werden dürften."

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