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StartseiteDealsLabelsSÜDKOREANER GEWINNEN MILLIARDENAUFTRAG
Kaum ein energiepolitisches Tabu-Thema erscheint heute wieder so brisant wie die Kernenergie

28.12.2009SÜDKOREANER GEWINNEN MILLIARDENAUFTRAG

Siemens: Areva geht in Emiraten leer aus - Poker um NP-Anteil geht weiter

Ein französischer Konzernverbund um Areva hat in den Vereinten Arabischen Emiraten (VAE) trotz anders lautender Prognosen bei einem Auftrag für den Bau von Kernkraftwerken das Nachsehen gehabt und den zweistelligen Milliardendeal an ein südkoreanisches Konsortium verloren. Das Gerangel zwischen dem Münchner Elektroriesen Siemens und Areva um die gemeinsame Tochter Areva NP gewinnt dadurch an zusätzlicher Brisanz.

Für Südkorea ein Meilenstein - für Frankreich ein Debakel: Einen Gegenwert von 14,2 Milliarden Euro soll der Auftrag der VAE laut 'Financial Times' (FT) haben, den der Zusammenschluss aus Korea Electric Power (Kepco), Hyundai Engineering and Construction, Samsung und Doosan Heavy Industries dem Konsortium aus Areva, EDF, GDF-Suez, Total, Vinci und Alstom vor der Nase wegschnappen konnte. Anfang September hatten Firmenkreise aus Paris sich noch sicher gewähnt, das Rennen für sich zu entscheiden - um so bitter das Erwachen am vergangenen Weihnachtswochenende.

Ganze elf Milliarden Euro sollen die Südkoreaner billiger gewesen sein als die Franzosen. Ein Insider im Umfeld der Franzosen bestätigte die letztliche Chancenlosigkeit: "Das techologische und preisliche Gefälle war einfach zu groß", zitiert ihn die FT. Mohamed Al-Hammadi, Chef der Emirates Nuclear Energy Corporation (Enec), erklärte derweil: "Uns hat der Weltklasse-Standard in puncto Sicherheit bei Kepco besonders beeindruckt, und die bereits unter Beweis gestellte Fähigkeit, die Ziele des VAE-Programms zu erreichen."

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen erklärtermaßen der erste Golfstaat sein, der ein ziviles Atomprogramm erfolgreich zum Abschluss bringt. Der nun geschlossene Vertrag soll dazu beitragen, den steil ansteigenden Strombedarf bis 2020 vor Ort abzusichern und umfasst den Bau, Betrieb und Treibstoff für vier Kraftwerke mit einer jeweiligen Leistung von 1.400 Megawatt. Es ist das erste Mal überhaupt, dass Südkorea im Ausland einen Kernreaktor baut.

Die Ausschreibungspleite kommt zu einem heiklen Zeitpunkt für Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, dessen Büro in die Koordination des Konsortiums stark involviert war. Erst Mitte Dezember war bekannt geworden, dass Siemens keinerlei Absichten verfolgt, das mit dem Areva-Konzern gemeinsam betriebene Joint Venture Areva NP weiter zu verfolgen.

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Trotz offensiven Werbens seitens des französischen Staatschefs, der Münchner Elektroriese möge seinen Anteil in Höhe von 34 Prozent an Areva NP doch nicht veräußern, hatte das 'Handelsblatt' "aus Industriekreisen", wie es hieß, das unmissverständliche Statement "Der Zug ist abgefahren" eingeholt. Ende Januar dieses Jahres hatte Siemens-Chef Peter Löscher angekündigt, die Option zu ziehen, der Areva Holding den Anteil an Areva NP anzudienen. Nach der Pleite in den Vereinten Arabischen Emiraten sind die Befürworter einer Areva-Siemens-Partnerschaft nun um ein Argument ärmer.

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