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11.07.2008WARTEN AUF DAS ATOM-COMEBACK

RWE greift in die Trickkiste: Biblis A muss halten, was das Zeug hält

Der Energiekonzern RWE will den ältesten deutschen Atommeiler Biblis A bis 2010 in Betrieb lassen; und greift dazu in die Trickkiste: Mithilfe einer für nächstes Jahr angekündigten viermonatigen Betriebspause kann RWE die Einholung einer offiziellen Laufzeitverlängerung umgehen. In der Hoffnung auf atomfreundlichere Zeiten macht sich der Energiegigant ganz offensichtlich die jüngste Forsa-Studie zu nutze, der zufolge jeder zweite Deutsche längere Laufzeiten für Atomkraftwerke befürwortet.

RWE plant eine 125-tägige Revision samt Nachrüstung und Modernisierung von Mai bis September 2009, wie Kraftwerkssprecher Frank Staude am gestrigen Donnerstag verkündete. In dieser Zeit soll das Atomkraftwerk ´Biblis´ angeschaltet werden: „Eine Revision von mehreren Monaten ist nichts Außergewöhnliches. Dass wir damit hinten Laufzeit gewinnen, ist aber auch klar", so Staude, der unverhohlen auf einen Wechsel in der Atompolitik nach der Bundestagswahl 2009 hofft.

Den im Atomkonsens vereinbarten Restlaufzeiten zufolge hätte ´Biblis´ eigentlich bereits in diesem Jahr vom Netz gehen müssen. Wegen fehlerhaft eingebauter Dübel hatte RWE den besagten Reaktor jedoch bereits für eine Zeit von eineinhalb Jahren bis Frühjahr 2008 abgeschaltet - weshalb sich dessen Laufzeitende bis Herbst 2009 verschoben hatte.

Analog zu CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla betonte unterdessen Bundeskanzleramtschef, Thomas de Maiziere, die Atomkraft in Deutschland als unverzichtbar. Auch versprach De Maiziere, sich in der nächsten Wahlperiode für längere Laufzeiten einzusetzen. Mit der SPD als momentanem Koalitionspartner, sei das halt momentan nicht durchzusetzen. Um umweltbewusstere Gemüter zu beruhigen versicherte CDU-Vize Christian Wulff unterdessen: "Es gibt niemanden, der derzeit im Traum daran denkt, in Deutschland ein neues Kernkraftwerk zu errichten."

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