Im monatelangen Hick-Hack um die Zukunft der europäischen General-Motors-Tochter Opel ziehen Betriebsratchef Klaus Franz und GM-Europachef Carl-Peter Forster offenbar an einem Strang.
Alle Wege führen zu Magna: Dieser Meinung ist zumindest Klaus Franz (57), seines Zeichens Gesamtbetriebsratschef bei Opel. Und auch der Aufsichtsratschef von Opel, Carl-Peter Forster, vertritt immer unverhohlener diese Position.
Im Gespräch mit der 'Süddeutschen Zeitung' malt Franz ein veritables Horrorszenario für den Fall, dass General Motors seine Meinung ändert und, wie zunehmend wahrscheinlich erscheint, für ein Abblasen des Opel-Verkaufs optiert. "Es hat sich doch nichts geändert bei GM", lautet die Diagnose des Gewerkschafters. "Es gibt noch die gleichen Entscheidungsstrukturen wie früher,und auch im Produktportfolio ändert sich nichts."
Der Arbeitnehmervertreter befürchtet den strategischen Kahlschlag: "Mit GM wird es nicht den Kleinwagen geben, den wir unbedingt brauchen. Konkurrenzfähige Motoren und Getriebe sind um mehrere Jahre verschoben worden. Es gibt kein Cabrio, kein Coupé, keine Nischenfahrzeuge."
Das bittere Fazit des Strippenziehers hinter dem 'Szenario Magna' lautet eindeutig: "Das ist das nackte Produktportfolio eines Großvolumen-Herstellers. Mit diesem Konzept kannmannicht überleben." Für die Arbeitnehmer bringe der Verbleib im GM-Verbund knüppelharte Konsequenzen mit sich: "Dann werden die Fabriken in Antwerpen und Bochum geschlossen,und das Werk in Eisenach dichtgemacht. Und es wird Kürzungen im Produktportfolio geben, weil nicht genügend Geld da ist."
Auch GM-Europachef Carl-Peter Forster läutete in den vergangenen Tagen eine Medienoffensive mit dem Ziel ein, den Magna-Deal trotz der immer stärkeren Bedenken von der anderen Seite der Atlantik-Küste zu retten. Dass er dabei große Risiken hinsichtlich seiner künftigen Position im Konzern eingehe, sei ihm egal, ließ der Manager verlautbaren: "Es geht nicht um mich, sondern um eine unternehmerische Perspektive für Opel. Was meine Person angeht, bin ich völlig entspannt - da müssen Sie sich keine Sorgen machen."
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Am morgigen Dienstag steht nun die möglicherweise entscheidende Verwaltungsratssitzung am Firmensitz in Detroit an. Es wird erwartet, dass dort definitiv der Daumen hinsichtlich der Opel-Übernahme seitens Magna gehoben oder gesenkt wird. (mso)