Der niederländische Finanzkonzern ING wird dem schwer angeschlagenen Konkurrenten Fortis nicht dessen Anteile an der ebenfalls niederländischen Bank ABN AMRO abkaufen. Dies teilte ING am Montagabend in Amsterdam mit. Fortis ist nun weiterhin auf der Suche nach einem Abnehmer für die Anteile, deren Verkauf im Rahmen der finanziellen Konsolidierung des Unternehmens erfolgt.
"Nach einer sorgfältigen Prüfung ist ING zu dem Ergebnis gekommen, dass die Transaktion nicht unsere finanziellen Kriterien erfüllt", teilte ein Sprecher des Konzerns mit. "ING sieht sich bei Zukäufen einer disziplinierten Haltung verpflichtet, ganz besonders unter den derzeitigen außergewöhnlichen Marktbedingungen." Das Unternehmen werde jedoch "sorgfältig und vorsichtig" alle Optionen sondieren, die sich aus der internationalen Finanzkrise ergäben.
ING-Wertpapier verloren am Montag um 18 Prozent an Wert, da viele Anleger befürchteten, der Konzern könnte eine eventuelle Übernahme der ABN-AMRO-Anteile durch die Ausgabe von Aktien finanzieren.
Der durch die Finanzkrise in Schwierigkeiten geratene belgisch-niederländische Finanzdienstleiter Fortis wurde erst in der Nacht zum Montag mit einer milliardenschweren Finanzspritze der Benelux-Staaten gerettet. Belgien, die Niederlande und Luxemburg übernahmen zu einem Preis von 11,2 Milliarden Euro 49 Prozent des Konzerns.
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Fortis hatte vor etwa einem Jahr zusammen mit der Royal Bank of Scotland und der spanischen Banco Santander die niederländische Bank ABN AMRO für insgesamt 71 Milliarden Euro übernommen. Vor kurzem stellte Fortis seinen Anteil für 24 Milliarden Euro zum Verkauf. Experten erwarten jedoch, dass die Anteile für höchstens zehn Miliarden Euro ihren Besitzer wechseln werden. (fr)