Die angeschlagene Hypo Real Estate (HRE) nimmt als erster DAX-Konzern den staatlichen Finanzmarkt-Stabilisierungsfonds (SoFFin) in Anspruch. Dies bestätigte das Unternehmen am heutigen Mittwochmorgen. Demnach benötigt die HRE einen Bundesbank-Kredit in Höhe von 15 Milliarden Euro, um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu decken.
Ein entsprechender Antrag sei bereits gestellt, teilte das Unternehmen am heutigen Mittwochmorgen mit. Die HRE rechne mit einer "kurzfristigen Entscheidung", hieß es. Die Bank wolle jedoch auch frisches Eigenkapital in Anspruch nehmen. Zu Details hielt sich die HRE bedeckt.
Die HRE ist das erste DAX-notierte Unternehmen, dass den Stabilisierungsfonds in Anspruch nehmen will. Bislang hatten lediglich die BayernLB, die HSH Nordbank sowie die WestLB ihr Interesse erklärt. Experten gehen jedoch davon aus, dass weitere Privatbanken wie die ebenfalls angeschlagenen Institute HypoVereinsbank, Commerzbank und Dresdner Bank folgen werden, sobald ein Konkurrent den Anfang gemacht hat.
An der Börse legte die HRE-Aktie nach der Mitteilung um zehn Prozent auf 5,35 Euro zu. Vor einem Jahr war eine Aktie des Unternehmens noch mehr als 41 Euro wert. Analysten sehen das Unternehmen auch immer noch in einer heiklen Lage. „Es wird einen Riesenverlust im dritten Quartal geben, der das Eigenkapital aufzehrt", sagte der Analyst Konrad Becker von der Privatbank Merck Fink gegenüber der Nachrichtenagentur 'Reuters'. Die HRE brauche mindestens zwei Milliarden Euro Eigenkapital, warnte Becker. Dieses sei nur mit Hilfe einer Rettung durch den Staat generierbar.
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Bereits Anfang Oktober musste die HRE vom Bund und einem Konsortium anderer deutscher Banken gerettet werden. Der Bund hatte dem Unternehmen damals eine Liquiditätsspritze von über 50 Milliarden Euro zugesagt. Die Vertragsverhandlungen sollen sich der HRE zufolge kurz vor dem Abschluss befinden. Bis Mitte November sollen die Mittel bereit stehen. Die Bank war vor allem durch den kollabierten US-Immobilienmarkt sowie durch das irische Tochterinstitut Depfa,das sich bei einer Zinswette verspekulierte, in die Bredouille geraten. (fr)