01_aktion_300x300
Linkbox
Artikel zum Thema
Highlights zum Thema
Pressestimmen zum Thema
e-Vote
Sind Sie dafür, dass Deutschland Griechenland aus der Schuldenfalle hilft?
Ja, in jedem Fall - Solidarität ist geboten.

Ja, aber nur, wenn andere EU-Staaten auch beitragen.

Ja, aber nur unter strengsten Auflagen (z. B. Verzicht auf EU-Stimmrecht).

Nein, das sollte der IWF tun.

Nein, Griechenland sollte die Eurozone verlassen.
Bildgalerie
Robert Pattinson und Kristen Stewart in 'Twilight Eclipse': Ewiger Treueschwur
Highlights der Woche (KW 20)
Diese Seite DruckenDiese Seite weiterempfehlen
StartseiteDealsLabelsDRAMATISCHE RETTUNGSAKTION
Hypo Real Estate will für 5,7 Milliarden die DePfa-Bank kaufen

06.10.2008DRAMATISCHE RETTUNGSAKTION

Hypo Real Estate: Bund stockt Rettungspaket in letzter Sekunde auf

In letzter Minute hat die Bundesregierung am späten Sonntagabend mit führenden Parteien der deutschen Finanzwelt ein deutlich aufgestocktes Rettungspaket für die angeschlagene Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) vereinbart. Demnach soll das Münchner Unternehmen nun insgesamt 50 Milliarden Euro erhalten. Derweil fordern einige Stimmen aus der Politik die Entlassung von HRE-Managern.

Die Bundesregierung, die Bundesbank, die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin sowie führende deutsche Versicherungs- und Kreditunternehmen hatten sich am Sonntagabend in Berlin darauf geeinigt, den Umfang der Notkredite für die angeschlagene HRE-Gruppe auf insgesamt 30 Milliarden Euro zu verdoppeln. Zusammen mit den bereits im ersten Rettungspaket vereinbarten Kredithilfen über 20 Milliarden Euro ergibt dies ein deutlich aufgestocktes Rettungspaket von 50 Milliarden Euro. Der vom Bund zur Verfügung gestellte Bürgschaftsrahmen von bis zu 35 Milliarden Euro bleibt unverändert, dafür erhält Hypo Real Estate einen ebenfalls neuen, abgesicherten Liquiditätskredit über 15 Milliarden Euro.

Mit diesen Maßnahmen werde das Institut stabilisiert „und damit der Finanzplatz Deutschland in schwierigen Zeiten gestärkt", hieß es in einer Mitteilung des Finanzministeriums. HRE-Vorstandsvorsitzender Georg Funke drückte am Montagmorgen in München seinen Dank für die Finanzspritze aus. „Wir sind für die Unterstützung aller Parteien sehr dankbar. Die gefundene Lösung stellt sicher, dass die Hypo Real Estate Group stabilisiert wird, auch bei andauernder Finanzkrise über ausreichende Liquidität verfügt und weiterarbeiten kann", so Funke.

Die Rettung für Hypo Real Estate gelang dabei in letzter Sekunde. Fieberhaft wurde am Sonntagabend über das neue Rettungspaket verhandelt. Bis zur Eröffnung der asiatischen Börsen um zwei Uhr morgens musste eine Lösung gefunden werden, um einen erneuten Kursrutsch des Unternehmens zu verhindern. Wäre keine Lösung gefunden worden, wäre nicht nur ein Zusammenbruch der Hypo Real Estate wahrscheinlich gewesen. Ein Konkurs der Bank hätte auch für den restlichen Finanzmarkt ernsthafte Folgen nach sich ziehen können.

Erst am Samstag war das vor einer Woche ausgehandelte erste Rettungspaket überraschend geplatzt, weil die Banken ihre Kreditzusagen wieder zurückgezogen hatten. Der zunächst angenommene Kreditbedarf von insgesamt 35 Milliarden Euro war entgegen früherer Annahmen doch nicht groß genug, um den Liquiditätsbedarf der HRE bis 2009 zu decken.

Führende Politiker fordern nun personelle Konsequenzen in der Chefetage des Münchner Unternehmens. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) erklärte, er halte es für „undenkbar", dass das Management der Bank weitermache. Die Politik sei vom Unternehmen geradezu „in den Schraubstock" gezwungen worden, die Probleme der Hypo Real Estate zu lösen, die durch mangelhaftes Management erst aufgekommen seien. „Da kriegt man schon einen dicken Hals", schimpfte Steinbrück. Um schlimmere Folgen für das deutsche und europäische Finanzsystem zu verhindern, sei eine Rettung der HRE jedoch „unumgänglich" gewesen, so der Finanzminister.

Verwandte Artikel

Auch Unions-Fraktionschef Volker Kauder forderte die Entlassung von Managern der Hypo Real Estate. Der 59-Jährige sagte am Montag im ZDF, es werde „höchste Eisenbahn, dass das Management der Hypo Real Estate in die Wüste geschickt wird - und zwar möglichst ohne Goldenen Handschlag".

Neuen Kommentar schreiben Leser-Kommentar (0)