Der Stuttgarter Autobauer Daimler musst jetzt seine ohnehin düstere Prognose für das erste Quartal 2009 nach unten korrigieren. Der deutsche Konzern meldete einen finanzkrisenbedingten Absatz-Rückgang der sich in Milliardenhöhe befindet. Schuld daran seien weniger verkaufte Mercedes und Lastwägen. Die Konsequenzen treffen vor allem die Belegschaft hart: Lohnkürzungen stehen nun an.
Der Auftakt ins neue Geschäftsjahr ist bei der Daimler AG gründlich daneben gegangen. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte sitzt es mit 1,3 Milliarden Euro im Minus tiefer in den roten Zahlen als zuerst angenommen. Im Vorjahresquartal pendelte es noch in die entgegengesetzte Richtung: 1,3 Milliarden Euro Gewinn hieß es da.
Die Aktie der Schwaben brach nach der Hiobs-Botschaft ein und verlor satte acht Prozent nach der Bekanntgabe der Zahl, erholte sich aber im Laufe des Mittags auf Minus 5,4 Prozent. Das lag zum Teil auch daran, dass Experten in einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters bei einem Rückgang des Verkaufsumsatzes von 23,6 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro einen Verlust in Höhe von 947 Millionen Euro prognostiziert hatten.
Die schlechten Zahlen erklärte Daimler mit dem schleppenden Geschäft bei Mercedes Benz und seinen Lastwagen. Weil das deutsche Unternehmen in den ersten drei Monaten des Jahres weltweit lediglich rund 332. 300 PKW und Nutzfahrzeuge verkauft hatte, horten sich etliche Autos in den Hallen und Präsentationsräumen, die Werke sind nicht ausgelastet.
Daimler zieht jetzt die Notbremse und bringt ein Sparmaßnahmen-Programm von 4 Milliarden Euro auf den Weg. In zur Zeit laufenden außerordentlichen Betriebsversammlungen informieren Werksleitungen und Betriebsräte gemeinsam die 141.000 Mitarbeiter der AG über Details, die mit dem Notplan zu tun haben.
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Das Programm umfasst große Einsparungen beim Personal, eine schlankere Organisation des Konzerns und minimierte Verwaltungskosten. Der erste Punkt dürfte der Empfindlichste sein: Wie der Stuttgarter Autobauer verkündete, sollen die Mitarbeiterkosten um zwei Milliarden Euro reduziert werden. Dafür werden die für nächsten Monat geplanten Lohnerhöhungen bis auf weiteres verschoben, einige Zehntausende Beschäftigte in Deutschland aus den Sektoren Forschung, Entwicklung, Verwaltung und Vertrieb müssen außerdem zwangsweise weniger arbeiten und erhalten dementsprechend nicht das volle Gehalt. (sdo)