01_aktion_300x300
Linkbox
Artikel zum Thema
Highlights zum Thema
Pressestimmen zum Thema
e-Vote
Sind Sie dafür, dass Deutschland Griechenland aus der Schuldenfalle hilft?
Ja, in jedem Fall - Solidarität ist geboten.

Ja, aber nur, wenn andere EU-Staaten auch beitragen.

Ja, aber nur unter strengsten Auflagen (z. B. Verzicht auf EU-Stimmrecht).

Nein, das sollte der IWF tun.

Nein, Griechenland sollte die Eurozone verlassen.
Bildgalerie
Robert Pattinson und Kristen Stewart in 'Twilight Eclipse': Ewiger Treueschwur
Highlights der Woche (KW 20)
Diese Seite DruckenDiese Seite weiterempfehlen
StartseiteDealsLabelsFRANZOSEN BETRETEN DEUTSCHEN MARKT

11.07.2008FRANZOSEN BETRETEN DEUTSCHEN MARKT

Crédit Mutuel übernimmt die Citibank: Die Deutsche Bank schaut in die Röhre

Das monatelange Ringen um die Citibank ist endlich entschieden. Die Deutsche Bank, lange Zeit als Favorit für den Kauf gehandelt, zog im Hauen und Stechen um den deutschen Ableger der Citigroup letztlich den Kürzeren. Als Sieger im Übernahmekampf darf sich nun die französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel präsentieren. Die Franzosen wollen nach eigenen Angaben aber keine Arbeitsplätze in Deutschland abbauen.

Stolze 4,9 Milliarden Euro zahlt das in der Bundesrepublik wenig bekannte Kreditinstitut für die Citibank. Zusätzlich zu dem genannten Kaufpreis gehen laut Vereinbarung die Gewinne der Citibank so lange an die Citigroup, bis der Deal voraussichtlich Ende des Jahres vollständig abgeschlossen ist. Im Geschäftsjahr 2007 erwirtschaftete die Düsseldorfer Privatkundenbank einen Gewinn von 365 Millionen Euro. Der Preis für die Citibank liegt am oberen Ende der Marktschätzungen. Analysten hatten den Wert des Kreditinstituts mit 3,5 bis 5 Milliarden Euro angegeben. Die Citibank betreut deutschlandweit rund 3,2 Millionen Kunden und beschäftigt etwa 6.800 Mitarbeiter.

Dem Mutterkonzern Citigroup verschafft der Verkauf des deutschen Ablegers dringend benötigtes Kapital. Der US-amerikanische Finanzdienstleister war infolge der weltweiten Finanzkrise in schwere Turbulenzen geraten. „Wir freuen uns sehr über diese Transaktion und sind davon überzeugt, dass wir mit Crédit Mutuel eine hervorragende Wahl getroffen haben, um den Privatkunden der Citibank in Deutschland auch weiterhin exzellente Dienstleistungen bieten zu können", erklärte Citigroup-Geschäftsführer Vikram Pandit.

Der Käufer Crédit Mutuel ist in Deutschland ein weitgehend unbeschriebenes Blatt, obwohl die Genossenschaftsbank das zweitgrößte Filialennetz in ganz Frankreich hat. An über 5.000 Schaltern können die Kunden die Dienste des Instituts in Anspruch nehmen. Doch so französisch ist Crédit Mutuel eigentlich gar nicht - die Bank führt ihre Ursprünge auf Friedrich Wilhelm Raiffeisen zurück. Der Sozialreformer aus dem Rheinland gehörte 1882 in Wanzenau bei Straßburg zu den Mitbegründern der ersten französischen Raiffeisen-Bank.

Heute ist Crédit Mutuel ein echter Riese auf dem französischen Markt. Zusammen mit der international tätigen Geschäftsbank CIC betreibt das Institut 5.148 Filialen. 59.450 Mitarbeiter arbeiten für 14,9 Millionen Kunden, darunter 13,3 Millionen Privatleute. Auf vielen Gebieten ist Crédit Mutuel sogar die Nummer Eins in Frankreich, so zum Beispiel im Versicherungsgeschäft oder der Anzahl der Zahlungen per Geld- und Kreditkarte sowie via Internet.

Die internationale Bankenkrise traf die Genossenschaftsbank kaum, da sich Crédit Mutuel auf den heimischen Markt konzentriert. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die Franzosen einen Überschuss von 2,73 Milliarden Euro und besaßen ein Eigenkapital von 26,4 Milliarden Euro, wobei die Eigenkapitalrendite lag bei 11,4 Prozent lag. Und kontinuierlich gewinnt das Kreditinstitut neue Kunden hinzu. Mit der Übernahme der Citibank steigt der Kundenstamm von Crédit Mutuel mit einem Schlag um 3,3 Millionen an, dazu kommen 340 neue Filialen. „Mit dieser Übernahme nimmt Crédit Mutuel, das schon seit zehn Jahren auch in Belgien, Luxemburg und der Schweiz tätig ist, in Europa eine bedeutende Position ein. Mit dem Kauf der Citibank eröffnen wir einen zweiten Heimatmarkt", heißt es in einer Stellungnahme der Bank.

Dabei stach die französische Genossenschaftsbank auch namhafte Konkurrenten aus. Ursprünglich war neben der Deutschen Bank auch die Commerzbank an einer Übernahme interessiert, hatte sich aber vor einer Woche zurückgezogen, da sie mit der Allianz-Tochter Dresdner Bank über eine mögliche Fusion verhandelt. Die Deutsche Bank war bis zuletzt dabei, schließlich aber nicht bereit, knapp fünf Milliarden Euro auf den Tisch zu legen. Vorstandschef Josef Ackermann hatte in der Vergangenheit immer wieder bekräftigt, dass er bei möglichen ergänzenden Akquisitionen auf den Preis schaue und der Zukauf dauerhaft Wert schaffen müsse.

Verwandte Artikel

„Die Deutsche Bank hat gut daran getan, für die Citibank keinen zu hohen Preis zu bieten", kommentierte Analyst Dirk Hoffmann-Becking von Bernstein den Rückzug des größten deutschen Kreditinstituts. Mit 4,9 Milliarden Euro sei der Kaufpreis hoch und hätte den Gewinn der Deutschen Bank bis 2011 um 4 Prozent verwässert, so Hoffmann-Becking. Die Deutsche Bank habe eine gute Entscheidung getroffen, die „ihre Disziplin bei Übernahmen belegt", fügte der Bankenexperte hinzu.

Neuen Kommentar schreiben Leser-Kommentar (0)