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25.07.2008BERATER SOLLEN HELFEN

Conti wehrt sich gegen Schaeffler: Alles dreht sich um den Preis

Im Übernahmekampf zwischen dem Automobilzulieferer Continental und der Schaeffler-Gruppe ist nach wie vor keine Einigung in Sicht. Nachdem Vorstand und Aufsichtsrat des Reifenherstellers am vorgestrigen Mittwoch die erste Offerte der Franken abgelehnt hatten, sollen nun externe Berater bei der Abwehr des Angebots helfen. Unterdessen ist ein Conti-Großanleger bereit, bei einem Preis von 80 Euro je Aktie seine Anteile an Schaeffler zu verkaufen.

Conti-Chef Manfred Wennemer holt angesichts der heiklen Lage zusätzliche Berater ins Boot. Neu im Team ist seit dem gestrigen Donnerstag die Investmentbank JP Morgan. Bislang hatten nur die Amerikaner von Goldman Sachs die Abwehr von Conti organisiert und eine Strategie ausgearbeitet, wie die Übernahme durch Schaeffler doch noch verhindert werden könnte. JP Morgen wollte unterdessen keine Stellungnahme zur neuen Beratertätigkeit abgeben.

In der Zwischenzeit hat auch der Aufsichtsrat des Zulieferers einen Berater engagiert. Dabei handelt es sich um die US-Investmentbank Perella Weinberg, berichtet die Financial Times Deutschland in der heutigen Freitagsausgabe. Die Aufsichtsräte hatten den Vorstand am Mittwoch beauftragt, Abwehrstrategien auszuarbeiten.

Zu den Optionen gehört neben juristischen Mitteln auch die Suche nach einem Unternehmen, einem so genannten weißen Ritter, der mehr Geld zahlt. Auch eine Kapitalerhöhung könnte Conti helfen. Doch gerade darüber macht sich Schaeffler indessen keinerlei Sorgen. „Dann müsste Conti einen Investor finden, der bereit ist einzusteigen. Das wäre sicher für jeden Investor eine recht schwierige Situation, in dieser Gemengelage eine solche Entscheidung zu treffen“, hieß es aus dem fränkischen Familienunternehmen.

Außerdem stellten die Anwälte von Freshfields Bruckhaus Deringer für Conti auf mehr als 250 Seiten Beweise zusammen wonach Schaefflers Vorgehen mittels Swapgeschäften nicht rechtens ist. Die Akte ging bereits am vorgestrigen Mittwoch bei der Finanzaufsicht BaFin ein.

Trotz aller ausgetüftelten Abwehrmaßnahmen ist Conti einer Übernahme durch Schaeffler nicht völlig abgeneigt. Wie so oft ist alles nur eine Frage des Preises. Die Franken sollen entweder deutlich mehr zahlen als die bisher gebotenen 70,12 Euro je Aktie oder alternativ ihren Anteil auf weniger als 30 Prozent senken. Bislang hat Schaeffler direkten Zugriff auf acht Prozent der Conti-Papiere, auf weitere 28 Prozent können die Herzogenauracher über Swapgeschäfte mit verschiedenen Banken zugreifen.

Allerdings hat Wennemer nicht verraten, mit welchem Preis der Konzern zufrieden wäre. Conti-Großaktionär Perry Capital fordert unterdessen sogar das Doppelte: Ein angemessener Preis läge zwischen 115 und 140 Euro je Anteil. Auf die Forderung will Schaeffler kaum eingehen, ist sich aber auf der anderen Seite bewusst, dass 70 Euro auch nicht reichen werden. Die Franken wollen aber nach wie vor unbedingt mehr als 30 Prozent der Aktien haben.

Ein nicht genannter Conti-Großaktionär hat derweil erklärt, eine leicht verbesserte Offerte würde reichen. „Liegt das Gebot bei mehr als 80 Euro pro Aktie, kann ich mir vorstellen, dass wir darauf eingehen“, verriet der Vertreter eines führenden institutionellen Anlegers in Deutschland, der mehrere Millionen Conti-Aktien hält, dem 'Handelsblatt'. „Bei den derzeitigen Unsicherheiten im Automarkt wäre das attraktiv.“ Analysten errechneten einen Wert von knapp 90 Euro je Anteil.

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Auch wenn Schaeffler offensichtlich die Hausaufgaben gewissenhaft erledigt hat, gibt sich die Continental AG noch nicht geschlagen. „Wir sind erst in der ersten Spielhälfte, Schaeffler hat noch nicht gewonnen“, hieß es aus dem Umfeld des Vorstands. Branchenexperten sehen die mögliche Fusion durchaus positiv: „Conti braucht eine gewisse strategische Sicherheit. Da ist ein deutsches Familienunternehmen mit Sicherheit nicht die schlechteste Wahl“, erklärte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Studies gegenüber 'WELT Online'.

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