Zum neunten Mal in Folge geht der Wirtschafts-Nobelpreis in die USA. Der 55-Jährige Ökonomieprofessor Paul Krugman wird die Auszeichnung dieses Jahr erhalten. Der Wissenschaftler gilt als scharfer Kritiker der Wirtschaftspolitik George W. Bushs. In seinen Kolumnen in der ’New York Times’ hatte Krugman die Weltwirtschaftskrise bereits vor Jahren vorausgesagt.
Die königlich-schwedische Wissenschaftsakademie in Stockholm teilte am heutigen Montag die Vergabe der Auszeichnung mit. Die Akademie begründete die Ehrung Krugmans mit dessen „Analyse von Handelsmustern und der Ansiedlung ökonomischer Aktivitäten". Die Theorien des Princeton-Professors hätten dazu beigetragen, besser zu verstehen, warum einige Länder den internationalen Handel dominierten und Fragen im Zusammenhang mit der zunehmenden Verstädterung geklärt. Die Verleihung des mit umgerechnet rund 1,1 Millionen Euro Preises findet am 10. Dezember in Stockholm statt.
Bereits seit mehreren Jahren wurde der 55-Jährige als aussichtsreicher Anwärter auf die begehrte Auszeichnung gehandelt. Krugman schreibt regelmäßig eine Kolumne für die 'New York Times', in der er die Wirtschaftspolitik von Präsident Bush scharf angreift. In einer telefonischen Pressekonferenz erklärte der Geehrte, „tief bewegt" zu sein. Über die derzeitige internationale Banken- und Finanzkrise meinte Krugman: „Sie ist furchterregend. Ich freue mich, dass die Politiker endlich anfangen, vernünftig zu handeln." Unter anderem fanden die am Wochenende beschlossenen Hilfspakete die Zustimmung des Preisträgers: „Ich habe heute etwas weniger Angst als am Freitag", bekannte Krugman.
Laut eigener Aussage hätte es der Princeton-Professor bis vor kurzem nicht für möglich gehalten, dass sie die Welt, wie jetzt, am Rande einer großen Depression bewegen könnte. Dabei hatte Krugman selbst eine mögliche Wirtschaftskrise bereits vor Jahren vorausgesagt. Im Jahr 2005 hieß in einer der 'New York Times'-Kolumnen des Wissenschaftlers: „Wir verkaufen einander Häuser, die mit chinesischen Krediten finanziert sind." In der jüngsten Kolumne warnte Krugman, wenn die US-Regierung und die führenden Industriestaaten, die sich in Washington versammeln, nicht drastische Maßnahmen beschließen, sei ein kompletter Zusammenbruch der internationalen Finanzwirtschaft mit einer weltweiten Depression eine reale Möglichkeit.
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Der 55-Jährige Professor für Wirtschaft und Internationale Beziehungen an der Elite-Universität Princeton folgt als Nobelpreisträger seinen drei Landsleuten Eric Maskin, Leonid Hurwicz und Roger Myerson, die den Preis letztes Jahr in Empfang nehmen durften. Der Wirtschaftsnobelpreis wird erst seit 1969 verliehen, um der wachsenden Bedeutung wirtschaftlicher Fragen Rechnung zu tragen. (mso)