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13.12.2007ABLASS ZEIGT WIRKUNG

Studenten meiden zunehmend Bundesländer mit Studiengebühren

Das Statistische Bundesamt hat am gestrigen Mittwoch seine neusten Zahlen über die Situation an deutschen Hochschulen vorgestellt. Hiernach stieg die Anzahl der Erstsemester zum ersten Mal seit 2003 wieder an – und zwar um ganze vier Prozent. Der Anstieg verteilt sich jedoch sehr ungleich: Während die Zahl der Studenten in Bundesländern ohne Studiengebühren deutlich anstieg, zeigt sich in gebührenpflichtigen Ländern ein anderes Bild. In einigen Bundesländern nahm die Studentenzahl sogar ab.

Insgesamt schrieben sich in diesem Jahr 358.000 Erstsemester ein, das sind 13.000 mehr als im vergangenen Jahr. Insgesamt studieren in Deutschland 1,94 Millionen Menschen. Dies entspricht 36,6 Prozent eines Jahrgangs. Diese Quote stieg ebenfalls zum ersten Mal seit 2003 wieder an. Ziel der Bundesregierung ist es, die Quote auf 40 Prozent zu erhöhen.

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Für Kai Gehring, Hochschulpolitischer Sprecher der Grünen, ist Deutschland davon jedoch noch „meilenweit entfernt". Auf dem geringfügigen Anstieg dieses Jahres dürfe sich die Bundesregierung nicht ausruhen. Um auf die geforderte Quote zu kommen, und den Fachkräftemangel wirklich zu bekämpfen, muss ein Umdenken geschehen: „Keine Studiengebühren, keine Darlehen mit Verschuldung, mehr Bafög und mehr Studienplätze", fordert Gehring. Andererseits werde Deutschland im internationalen Vergleich weiter an Boden verlieren.

In Ländern, die keine Studiengebühren verlangen, nahm die Zahl der Erstsemester am deutlichsten zu. Spitzenreiter ist Brandenburg, wo sich 13,7 Prozent mehr Menschen einschrieben als im Vorjahr. In Berlin lag die Quote um knapp 12 Prozent über dem Niveau von 2006. An so hohe Werte kommen nur Sachsen, Bremen und Thüringen heran, wo es ebenfalls keine Studiengebühren gibt. Anders sieht das Bild in den Ländern aus, wo die Studenten zur Kasse gebeten werden. In Hamburg und Niedersachsen nahm die Zahl der Studenten nur geringfügig zu. In Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland schrieben sich sogar weniger Studenten ein als im Vorjahr.

Das Deutsche Studentenwerk, der Freie Zusammenschluss von StudentInnenschaften sowie die Fraktionen der Grünen und der Linken im Bundestag gehen deshalb davon aus, dass Studenten gezielt in diejenigen Länder abwandern, in denen sie umsonst studieren können. Das Statistische Bundesamt ließ diese Frage offen. Das Amt will bis Februar nächsten Jahres mit einer Aussage warten, wenn neue Zahlen zur Studierendenwanderung zwischen den Ländern vorliegen. (tb)

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