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Stabilitätspakt in der Krise

08.10.2008KONZERTIERTE EINDÄMMUNGSAKTION

Sieben Zentralbanken senken in historischem Schritt weltweit die Leitzinsen

Nach wie vor ist in der internationalen Finanzkrise kein Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Am heutigen Mittwoch entschlossen sich viele der größten Notenbanken weltweit, gemeinsam zu handeln. In einer überraschenden Aktion senkten die Europäische Zentralbank (EZB), Federal Reserve sowie die Notenbanken Großbritanniens, der Schweiz, Chinas und Kanadas die Leitzinsen um bis zu 50 Basispunkte. Damit wollen die Zentralbankiers dem strauchelnden Finanzmarkt auf die Beine helfen.

Einzig die Notenbank Japans verweigerte sich der gemeinsamen Aktion. Eine gemeinsame Leitzinssenkung der EZB und der US-Notenbank Federal Reserve gab es zuletzt nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Am heutigen Montag nun kam es zum überraschenden Coup. Die EZB beschloss, den Leitzins für die Euro-Zone um 0,5 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent zu senken. Federal Reserve gab um den selben Wert auf 1,5 Prozentpunkte nach, ebenso die Bank of England, deren Leitzins nun bei 4,5 Prozentpunkten liegt.

In Frankfurt erklärte die EZB ihre Gründe für den spektakulären Schritt. Durch die Eskalation der Finanzmarktkrise in den vergangenen Tagen hätten sich die Konjunkturrisiken verschärft, hieß es in der Erklärung. Deshalb sei in globalem Umfang eine Lockerung der Geldpolitik das Gebot der Stunde.

Nachdem die Senkung des Leitzinses an die Öffentlichkeit gekommen war, erholte sich der deutsche Aktienindex DAX wieder deutlich. Zwischenzeitlich war der Leitindex nämlich noch einmal spektakulär eingebrochen, und war mit rund sechs Prozent Verlust unter die Marke von 5000 Punkten gefallen. Nach der gemeinsamen Aktion der Notenbanken stabilisierte sich der DAX wieder auf rund 5250 Punkte, was einem Minus von nur noch 1,4 Prozent entsprach.

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„Endlich ist der Ernst der Lage begriffen", erklärte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baaderbank gegenüber der ARD. Der Vertrauensverlust sei aber so groß, dass auch mit konzertierten Aktionen wie jetzt keine schnelle Stimmungsänderung am Markt erreicht werden könne. Es sei bereits viel Zeit verloren worden, kritisierte Halver.

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