Der US-Ölpreis hat am heutigen Mittwoch die Rekordmarke von 130 Dollar pro Fass geknackt. Auch eine wichtige Versorgungslinie Europas, das Nordseeöl der Sorte Brent, erreichte einen neuen Hochpreis und kostete am Handelsplatz in London ganze 127,88 Dollar pro Fass. Energieexperten zufolge treiben insbesondere Vorratssorgen die Preise in die Höhe. Die Analysten gehen allerdings davon aus, dass der Ölpreis auch weiter steigen wird.
Im asiatischen Handel der New Yorker Rohstoffbörse ist am heutigen Mittwoch die psychologisch wichtige Marke von 130 Dollar pro Barrel (159 Liter) übersprungen worden. Bereits Anfang Januar war der Ölpreis unaufhörlich nach oben geklettert, um am am 5. Mai sogar die 'historische' Marke von 120 Dollar zu durchbrechen. Experten der Investmentbank 'Goldman Sachs' schätzen, dass das Barrel spätestens in zwei Jahren etwa 200 Dollar kosten wird.
Die jüngste Ölpreissteigerung lässt sich unter anderem auch mit einem Bericht der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) erklären. Darin enthaltenen Aussagen zufolge werde die Organisation ihre Fördermenge nicht vor ihrem nächsten Treffen im September erhöhen. In den USA allerdings beginnt bereits am kommenden Wochenende die Fahrsaison, was einen weltweit erhöhten Bedarf an Benzin verursacht. Laut Energieexperten sind für die steigenden Preise auch die große Energienachfrage in Asien sowie vor allem auch der schwache Dollar verantwortlich.
Öl-Fachmann Werner Zittel, Mit-Autor einer Studie der 'Energy Watch Group', ist sich allerdings sicher, dass die weltweite Ölförderung "mit großer Wahrscheinlichkeit" das Maximum schon überschritten habe, und künftig wieder zurückgehen werde. Der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters, ist demgegenüber der Meinung, dass sich künftig trotz einer Anpassung der Nachfrage an das geringere Angebot der Ölpreis jährlich um zwischen 30 und 50 Prozent weiter steigern wird. Peters zufolge hätten dies bereits zahlreiche Studien bewiesen.
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Besonders hart traf der heutige Anstieg des Ölpreises den Börsenindex Dax. Nach der Bekanntgabe des neuen Rekordpreises verlor der Leitindex bis zu 0,8 Prozent auf 7.062 Punkte. Auch die Kurse der Automobilaktien blieben nicht verschont. Im Dax fielen die Aktienwerte von Daimler um 3,4 Prozent und die von BMW um 2,8 Prozent. Darüber hinaus müssen auch die deutschen Verbraucher mit Spritpreisen auf Rekordniveau rechnen.