Am Mittwoch hat die Europäische Zentralbank den EU-Staaten Malta und Zypern grünes Licht für ihren Beitritt in die europäische Währungsunion gegeben. Die Anzahl der Euro-Staaten wächst damit auf 15 an. 320 Millionen Menschen werden es...
Am Mittwoch hat die Europäische Zentralbank den EU-Staaten Malta und Zypern grünes Licht für ihren Beitritt in die europäische Währungsunion gegeben. Die Anzahl der Euro-Staaten wächst damit auf 15 an.
320 Millionen Menschen werden es von nun an sein, die die Euro-Zone bewohnen. Der Beitrag der beiden neuen Mitglieder Malta und Zypern ist für die Währungsgemeinschaft wirtschaftlich zwar von relativ geringer Bedeutung – die beiden Länder tragen nur 0,2 Prozent zur Wirtschaftsleistung der Euro-Zone bei – der Tourismus soll aber von der Euro-Angleichung profitieren. Ein Plus nicht nur für die beiden Länder selbst, deren wichtigste Einnahmequelle der Tourismus darstellt, sondern auch für europäische Urlauber.
Am Mittwoch legte EU-Währungskommissar Joaquín Almunia einen Bericht vor, nach dem Malta und Zypern die Voraussetzungen für einen Euro-Beitritt erfüllen, und ihr Anschluss für den 1. Januar 2008 festgesetzt wird.
Nahezu in allen Kriterien liegen die Euro-Neulinge im grünen Bereich, So verfügen beide Länder über eine Inflationsrate unter 3 Prozent, stabile Wechselkurse, und ein stabiles Zinsniveau.
Beide Länder erfüllen in Bezug auf die Neuverschuldung eindeutig die EU-Kriterien: Laut einer EU-Prognose wird die Neuverschuldung Maltas in diesem Jahr nur 2,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen, in Zypern sind es sogar nur 1,4 Prozent. Bei der Schuldenquote reißen beide Länder allerdings deutlich die 60-Prozent-Hürde, die Tendenz ist aber sinkend. Zudem ist die Schuldenquote auch von vielen Euro-Stammländern längst nicht eingehalten. Zum Vergleich: In Italien beträgt die Quote derzeit mehr als 100 Prozent.
Für den zypriotischen Finanzminister Michalis Sarris ist der Beitritt ein „historischer Tag für Zypern“ Es sei immer das „politische Ziel gewesen, dem harten Kern der EU anzugehören“, so Sarris am Mittwoch.
Der Euro-Zone wird nur der südliche, griechischsprachige Teil Zyperns beitreten, nicht aber der türkischsprachige Nordteil. Bei einer eventuellen Vereinigung Zyperns wird auch dem türkischen Teil die EU-Währung angetragen werden. Dies könnte den Einigungsprozess des Inselstaates beschleunigen, und einen Anreiz für eine baldige Lösung der politischen Konflikte bieten.
Weitere Anwärter auf einen Beitritt zur Euro-Zone sind in den nächsten Jahren die Slowakei, die Baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, und Ungarn. Polen und die Tschechische Republik zeigen sich trotz EU-Beitritt gegenüber dem Euro noch skeptisch. (sl)