Die Fast-Food-Kette McDonald's gab am Montag bekannt, seine drei isländischen Restaurants am 1. November zu schließen. Wegen der Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise sei das US-Unternehmen in Island nicht mehr konkurrenzfähig. "Die wirtschaftliche Lage hat es für uns einfach zu teuer gemacht", erklärte Magnus Ogmundsson, Geschäftsführer des Franchisennehmer Lyst die Gründe für den Rückzug aus dem Inselstaat.
Vor der globalen Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr gehörte Island zu den reichsten Ländern der Welt. Doch seit dem Zusammenbruch des Banksektors verlor die isländische Währung stark an Wert. Dazu ist der Markt in dem kleinen Inselstaat angeblich zu klein, um für McDonald's wichtige notwendige Produkte vor Ort zu produzieren. Fleisch, Gemüse, Käse und sogar die Verpackungen musste der Gastronomie-Konzer extra aus Deutschland einführen.
Und weil der Euro gegenüber der isländischen Krone fast um 80 Prozent an Wert zugelegt hat haben sich die Kosten für sämtliche Produkte fast verdoppelt. "Es macht keinen Sinn. Für ein Pfund Zwiebeln aus Deutschland zahlen wir das Äquivalent einer guten Flasche Whiskey", klagte Ogmundsson gegenüber der 'Associated Press'. Folgerichtig kündigte McDonald's die Schließung seiner Schnellrestaurants in Island an.
Nach Angaben des isländischen Franchise-Betreibers Lysts waren die Fast Food-Restaurants in Island "noch nie so gut besucht gewesen" wie in letzter Zeit. "Aber die Gewinne waren zugleich noch nie so niedrig." Der erste McDonald's hatte in Island im Jahr 1993 eröffnet. Zu dieser Zeit war der Big-Mac-Sandwich in Island laut dem Big-Mac-Index des britischen Magazins 'The Economist' der teuerste der Welt . Derzeit ist dies zwar immer noch der Fall, aber der Preis ist in Dollar-Angaben deutlich gesunken.
Laut Presseninformationen sprach der Geschäftsführer von Preiserhöhungen von mindestens 20 Prozent, damit "ein akzeptabler Gewinn" erreicht werden könne. Damit würde ein Big Mac für die Einwohner des Inselstaats viel zu teuer werden und das Unternehmen gegenüber Konkurrenten, die einheimische Produkte nutzten, nicht mehr wettbewerbsfähig sein.
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Nun plant Lyst, die betroffenen Lokale unter anderem Namen - und mit einheimischen Produkten - neu zu eröffnen. Ogmundsson ist dabei der Meinung, dass einige Kunden durch das Verschwinden einer so bekannten Marke aufgeschreckt seien, andere dagegen die Pläne Lysts begrüßten. "Die Leute finden es gut, dass wir mehr Waren vor Ort beziehen werden", zitiert AP Ogmundsson weiter. (ksa)