Der Internationale Energieagentur befürchtet für die kommenden Wochen neue Ölpreisrekorde. IEA-Chefökonom Fatih Birol nennt im Gespräch mit der 'Financial Times Deutschland' gleich mehrere Gründe. Zum einen herrsche Knappheit bei den...
Der Internationale Energieagentur befürchtet für die kommenden Wochen neue Ölpreisrekorde. IEA-Chefökonom Fatih Birol nennt im Gespräch mit der 'Financial Times Deutschland' gleich mehrere Gründe.
Zum einen herrsche Knappheit bei den Reservekapazitäten der Rohölproduktion als auch bei den Raffeneriekapazitäten. Zudem steige die globale Ölnachfrage weiter. Politische Spannungen in wichtigen Förderländern wie Iran, Venezuela, Irak und Nigeria seien ebenfalls „Dünger für den Kurs, so Birol.
Wenn nicht bald nennenswerten Investitionen in die Erdölproduktion- und Verarbeitunng getätigt werden, erwartet die IEA steigende Preise. Einen Kursrutsch wie zur Ölkrise anfangs der 1980er Jahre erwartet Birol nicht, denn im Gegensatz zu damals, mangele es in einigen Einsatzbereichen von Erdöl an Substituten. Der zunehmende Konsum der OECD-Staaten in den vergangenen Jahren sei aus dem Transportsektor gekommen, da gebe es keine Alternative zu Erdöl.
„Wenn es zu großen Hurrikanen kommt oder die geopolitischen Risiken zunehmen, könnten wir noch höhere Preise als bisher sehen“, so Birol gegenüber der 'FTD'. Der Ölpreis hielt sich am Freitag nahe der Rekordmarke. So kostete ein Barrel (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) am Freitag 74,82 Dollar, am Mittwoch hatte der Preis mit 75,40 Dollar eine neue Rekordmarke erklommen. (fs)