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Finanzkrise eskaliert: Island kämpft gegen den Staatsbankrott

20.10.2008BANKROTTER INSELSTAAT

IWF greift Island mit 4,5 Milliarden Euro unter die Arme

Der Inselstaat Island steht offenbar kurz davor, ein Rettungspaket in Höhe von sechs Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) vorzustellen, das ihm der Internationale Währungsfonds (IWF) und verschiedene Zentralbanken zur Verfügung stellen. Dadurch soll die isländische Volkswirtschaft stabilisiert werden, nachdem das Bankensystem auf der Insel Anfang des Monats so gut wie zusammengebrochen war.

Die Online-Ausgabe der britischen 'Financial Times' brachte die Nachricht am heutigen Montagmittag mit dem Verweis auf Informationen aus Verhandlungskreisen zwischen Island und dem IWF. Demgemäß wird der IWF selbst rund eine Milliarde Dollar aufbringen, während die Zentralbanken nordischer Länder und Japans für den Rest sorgen sollen. Noch ist nicht bekannt, ob Russland zu dem Rettungspaket beiträgt.

Noch ist zwar keine offizielle Einaldung seitens Island an den IWF verschickt worden, dazu soll es doch im weiteren Verlauf des heutigen Montags, in jedem Fall spätestens am morgigen Dienstag kommen. Das IWF-Paket stellts für Island einen Durchbruch dar, da sich andere Staaten ein Eingreifen mit dem Einwand vorbehalten hatten, erst müsse die in Washington beheimatete Organisation dazu ihren Segen geben.

Seither verhandeln Island und der IWF seit rund einer Woche, wobei es inerster Linie darum geht, welche Bedingungen der IWF Island für die Kreditgewährung auferlegen wird. Island war diesbezüglich ganz besonders besorgt, seit der IWF 1997 Südkorea infolge der Südostasienkrise mit überaus strengen Auflagen bedacht hatte. Kritikern zufolge soll das damalige Vorgehen der mulilateralen Institution die wirtschaftliche Lage in Südkorea wesentlich verschlimmert haben.

Aus mit Gesprächen vertrauten Kreisen will die 'Financial Times' nun erfahren haben, dass die Gespräche erfolgreich gelaufen seien und sich auf drei Hauptbereiche konzentriert haben: den Bankensektor, die Finanz- und Geldpolitik sowie den Wechselkurs.

In Sachen Bankensektor soll der IWF eine Restrukturierung des gesamten Sektors sowie eine Erneuerung der diesbezüglichen gesetzlichen Regulierugen gefordert haben. Auch muss Island eine vertiefende Untersuchung nach den Ursachen des Kollapses vornehmen. Ganz entscheidend für Island jedoch ist, dass der IWF offenbar nicht die Privatisierung von Islands Housing Financing Fund, der führenden isländischen, staatlich unterstützten Hypothekenbank, gefordert hat.

Der IWF soll ebenfalls keine Deadlines aufgestellt haben, bis wann der Staat die en den drei führenden Banken Kaupthing, Landsbanki und Glitnir erworbenen Anteile wieder veräußern muss. Beide Sachverhalte werden dahingehend gedeutet, dass der IWF Island keine überaus harten Bedingungen für die Gewährung der rettenden Kredite auferlegen wird.

Hinsichtlich der Steuerpolitik fordert der IWF, dass Island einen glaubwürdigen Plan zur Straffung der Staatsfinanzen vorlegt, der dem erwarteten Ansteigen der Staatsverschuldung auf rund 100 Prozent des Bruttosozialprodukts gerecht wird.

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Hinsichtlich Geldpolitik und Wechselkurs soll die isländische Krone so rasch wie möglich wieder auf dem Devisenmarkt frei handelbar sein. Beim IWF erwartet man offenbar, dass die Währung in dem Maße rasch wiedererstarkt, wie das aktuelle Zahlungsbilanzdefizit zügig abgebaut wird.

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