Der IFO-Geschäftsklimaindex ist im November überraschend angestiegen. Dass diese Entwicklung auch weitergeht glaubt hingegen fast niemand. Vor allem wegen des hohen Euros, des Ölpreises und der Hypothekenkrise gehen Experten davon aus,...
Der IFO-Geschäftsklimaindex ist im November überraschend angestiegen. Dass diese Entwicklung auch weitergeht glaubt hingegen fast niemand. Vor allem wegen des hohen Euros, des Ölpreises und der Hypothekenkrise gehen Experten davon aus, dass sich die Konjunktur im nächsten Jahr abschwächen wird.
Die Stimmung der deutschen Wirtschaft kletterte im November um 0,3 Zähler auf 104,2 Punkte. Nachdem es die letzten sechs Monate in Folge nach unten ging ist dies der erste Anstieg des IFO-Indexes seit April. Wegen des hohen Ölpreises, des ständig sinkenden Dollarkurses und den Nachwirkungen der Finanzmarktkrise hatten Beobachter eigentlich ein weiteres Absinken des Geschäftsklimaindexes prognostisiert.
Langfristig dürfte die Entwicklung hingegen weiter nach unten gehen. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir in der derzeitig noch recht guten konjunkturellen Situation dennoch eine etwas nachlassende Dynamik sehen werden; darauf deuten die Erwartungen einfach hin", sagte der IFO-Konjunkturexperte Kai Carstensen. Mattias Rubisch von der Commerzbank sieht dies ähnlich: „Wir sehen Abwärtsrisiken für das vierte Quartal. Das erste Vierteljahr 2008 wird dann wohl noch schwächer ausfallen." Rezessionssorgen machen sich beide Experten dennoch nicht: Das Wirtschaftswachstum wird sich lediglich von 2,5 Prozent in diesem wohl auf 1,8 Prozent im nächsten Jahr verringern.
Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück erwartet einen Rückgang des Wirtschaftswachstums: „Es ist richtig, dass sich die Wachstumsperspektive eintrübt. Dafür ist zum einen die US-Finanzkrise verantwortlich, die längst noch nicht überwunden ist und auch andere Finanzmärkte anstecken kann. Dann der hohe Ölpreis, auch wenn die Preiseffekte teilweise durch den hohen Euro-Kurs ausgeglichen werden können. Und drittens steigt der Euro stärker und schneller als gedacht."
Für die Lage am Arbeitsmarkt dürfte der aktuelle Trend wenig erfreulich sein. Zwar Stellen die Unternehmen momentan mehr Menschen ein als sie entlassen, die Zuwachsraten am Arbeitsmarkt dürften jedoch mit der Konjunktur sinken: „Ich glaube, es wird ein langsames Abflachen geben", sagte Carstensen bezüglich weiterer Neuanstellungen. (tb)