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Finanzkrise eskaliert: Island kämpft gegen den Staatsbankrott

07.10.2008'SEHR RELLE GEFAHR’

Finanzkrise eskaliert: Island kämpft gegen den Staatsbankrott

Die isländische Regierung hat die Kontrolle über den gesamten Bankensektor des Landes übernommen. Damit will sie gegen die Folgen der Finanzkrise vorgehen. Ministerpräsident Geir Haarde zufolge droht dem Inselstaat sogar der Bankrott.

Der 57-Jährige erklärte, es bestehe eine „sehr reelle Gefahr", dass „die isländische Wirtschaft im schlimmsten Fall mit den Banken in einen Abwärtssog gerät und das Ergebnis ein Staatsbankrott sein könnte". Das Bilanzvolumen der drei größten isländischen Banken Kaupthing, Landsbanki und Glitnir ist zehnmal so groß wie das Bruttoinlandsprodukt des Landes.

Experten sehen in der extrem aggressiven Expansion der drei Banken die Hauptursache für die Krise. Diese hatten sich bei Kreditinstituten in Norwegen sowie Großbritannien und auch bei der deutschen Commerzbank engagiert. Dabei hatten sich Kaupthing, Landsbanki und Glitnir allerdings stark verschuldet, so dass sie international kaum mehr Kredite erhalten.

Die in der Nacht zum heutigen Dienstag vom Parlament verabschiedeten Notmaßnahmen ermöglichen es der Regierung unter anderem, Banken zu verstaatlichen und sie zu Zusammenschlüssen oder zum Austausch von Managern zu zwingen. Haarde kündigte an als ersten Schritt den Verkauf von Auslandsgeschäften der drei Institute an.

Bereits Ende September hatte die Regierung Glitnir teilweise verstaatlicht. Sie hatte 75 Prozent der Bank für 600 Millionen Euro erstanden. Kaupthing bekam nun einen Sofortkredit über 500 Millionen Euro, während die Regierung die Kontrolle über die Landsbanki vollständig übernahm. Das Geschäft des Institutes soll jedoch im Inland normal weitergehen.

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Währenddessen teilte die isländische Notenbank mit, dass Russland einen Kredit in Höhe von vier Milliarden Euro gewährt habe. Damit will Island seine Währung stützen, die alleine am gestrigen Montag 35 Prozent an Wert verloren hatte. Ein Sprecher des russischen Finanzministeriums in Moskau dementierte jedoch die Kreditvergabe. Bislang hätte es noch nicht einmal eine Anfrage aus Island gegeben, so der Sprecher.

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