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10.06.2008BARREL KNAPP UNTER 140 DOLLAR

Explodierender Ölpreis: Nun sieht auch Ben Bernanke Inflationsgefahren

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat am gestrigen Montag vor zunehmenden Inflationsrisiken gewarnt und rasche Maßnahmen der US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) gegen eine Destabilisierung der Inflationserwartungen angekündigt. "Die jüngste Runde der Energiepreisanstiege hat die Risiken für Inflation und Inflationserwartungen erhöht", erklärte Bernanke bei einer Rede anlässlich der Jahreskonferenz der Fed.

"Die Inflation ist weiterhin hoch", konstatierte Bernanke. Die Preiserhöhungen bei den Rohstoffen hätten sich zwar bisher nur begrenzt auf andere Wirtschaftsbereiche ausgeweitet, doch könne niemand sicher sein, dass dies auch so bleibe, warnte der 54-Jährige. Die Fed werde entschlossen dagegen vorgehen, dass sich die Erwartung einer Beschleunigung der Inflation ausbreite, denn dies könne zu einer Destabilisierung des Wirtschaftswachstums führen, erklärte der Notenbankchef.

Bernankes Äußerungen deuten darauf hin, dass sich der Fokus der US-Notenbank weiter in Richtung Inflationsbekämpfung verschoben hat. Zuletzt lag der Schwerpunkt auf der Lösung der Probleme an den Finanzmärkten. Schon zum dritten Mal innerhalb einer Woche äußerte sich der Fed-Chef zum Thema Preisstabilität.

Allerdings werden die Zinsen dennoch nicht so schnell steigen, vermuten Volkswirte. Frühestens ab Oktober sei ein solcher Schritt wahrscheinlich, sagen Finanzmarktexperten. Die Fed hatte zuletzt am 30. April dieses Jahres ihren Leitzins von 2,25 auf 2,0 Prozent gesenkt, um die schwächelnde US-Konjunktur mit billigerem Geld zu stützen. Seit September vergangenen Jahres hat die US-Notenbank damit insgesamt zum siebten Mal die Geldpolitik gelockert. Vor Beginn der jüngsten Zinssenkungsrunde hatte der Satz noch bei 5,25 Prozent gelegen. Die nächste Zinssitzung der Fed ist für den 24. und 25. Juni angesetzt.

Ein weiteres Thema in Bernankes Rede waren die Konjunkturaussichten. "Obwohl die Aktivität im laufenden Quartal wahrscheinlich schwach ausfallen wird, hat sich das Risiko eines signifikanten Abschwungs im vergangenen Monat verringert", gab sich Bernanke zuversichtlich. Dem Anstieg der Arbeitslosenquote von 5,0 auf 5,5 Prozent maß der Notenbankchef dabei keine allzu große Bedeutung zu. Zwar sei dies eine "unwillkommene Entwicklung", andere Faktoren seien aber in der Lage, die höchste Arbeitslosenquote seit Oktober 2004 auszugleichen.

Die Worte Bernankes beflügelten den Dollar auf den internationalen Finanzmärkten. Sowohl gegenüber dem Euro als auch dem japanischen Yen legte die US-Währung um rund 0,4 Prozent zu. Auch der Öl-Preis steig in New York auf jetzt 134,93 Dollar je Barrel leicht an. Am vergangenen Freitag war der Preis für das schwarze Gold auf einen neuerlichen Rekordstand von 139,12 $ geklettert.

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Die besorgniserregende Entwicklung alarmierte nun auch Saudi-Arabien, den weltweit größten Ölförderer. Die saudische Regierung plant ein Krisentreffen nicht nur der Opec-Staaten, um gemeinsame Strategien gegen den Preisanstieg auszuloten. "Es gibt keine Rechtfertigung für den aktuellen Preisanstieg", erklärte der saudische Informationsminister Ijad Madani. Experten hingegen erwarten, dass der Ölpreis sich weiter in Richtung 150 Dollar je Barrel bewegen wird. (vd)

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