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Pipeline-Explosion in Nigeria: Über 800 Tote

14.07.2009WEICHENSTELLUNG FÜR DEN PIPELINE-BAU

EU und Türkei besiegeln 'Nabucco' als Akt der energiepolitischen Emanzipation

Am gestrigen Montag haben die Türkei und die Europäische Union einen Vertrag für das Pipelineprojekt Nabucco abgeschlossen. Der europäische Staatenbund will Erdgas aus Asien einführen und sich damit unabhängiger von Moskau machen. Die Russen versuchen allerdings ihrerseits, Nabucco mit zwei Projekten Konkurrenz zu machen.

'Nabucco' ist der Name einer Oper, von dem das Pipeline-Projekt seinen Namen hat. Das Stück handelt von der Befreiung Israels aus der babylonischen Gefangenschaft. Sinnbildlich verstehen Beobachter das Bauvorhaben nun als Schritt der Emanzipation Europas und der Türkei vom russischen Erdgas.

Die Gasleitung soll 3.300 Kilometer lang werden; 2011 könnte der Bau beginnen. Die Türkei, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Österreich beteiligen sich daran. Die Pipeline soll Erdgas aus dem Irak, Syrien, Ägypten, Turkmenistan und Aserbaidschan auf den europäischen Kontinent bringen. Schon 2014 könnte das erste Gas bei uns eintreffen. Die Kosten schätzt die EU auf ungefähr 7,9 Millionen Euro.

Die Verhandlungen über das Projekt hatten sieben Jahre gedauert. Nabucco soll die Unabhängigkeit Europas von russischen Lieferanten garantieren. Immer wieder war es in der Vergangenheit zu Lieferengpässen beim russischen Konzern Gazprom gekommen. Außerdem hatten Turkmenistan und Kasachstan ihr Gas bislang nur über Russland nach Europa transportieren und verkaufen können.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso erklärte, Nabucco werde in der Türkei und Europa für Energiesicherheit sorgen. Zudem habe der Vertrag eine starke politische Bedeutung: "Dieses Abkommen wird ein neue Ära zwischen der Türkei und der EU eröffnen", zitierte der 'Focus' den Portugiesen. Auch der ehemalige Außenminister Joschka Fischer befürwortet die Planungen; der Grüne ist politischer Berater von Nabucco.

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Moskau versucht nun, Nabucco mit dem Projekt "South Stream" Konkurrenz zu machen. Die Pipeline durch das Schwarze Meer soll den russischen Transportweg attraktiver machen. Ergänzt wird der "South Stream" durch die deutsch-russische Pipeline "North Stream", die durch die Ostsee führt und Osteuropa mit Erdgas versorgen soll. (nhe)

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