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Mittwoch, 08.09.2010, 12:11 Uhr

UPDATE: Morgan Stanley macht sich für globale Bankenregeln stark



DJ UPDATE: Morgan Stanley macht sich für globale Bankenregeln stark

(NEU: Weber-Zitate, Details)


Von Madeleine Nissen DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat sich für eine globale Einhaltung der neuen Bankenregeln stark gemacht. Eine abgesprochene Regulierung "auf nationaler und idealerweise auf internationaler Ebene" machten den Erfolg aus, sagte Vorstandsvorsitzender James P. Gorman bei der Handelsblatt-Konferenz am Mittwoch. In der Diskussionsrunde mit Bankern waren die USA zuvor dafür kritisiert worden, sich nicht an die bereits vor Jahren - unter dem Oberbegriff "Basel II" - getroffenen internationalen Absprachen zu halten.

Derzeit arbeiten die internationalen Finanzaufsichten mit Hochdruck an neuen Regeln für die Bankenbranche (Basel III). Im Kern geht es dabei um die Frage, wieviel Geld die Banken auf der hohen Kante halten müssen. Noch ist nicht bekannt, welche Quote für das Kernkapital gefordert werden wird.

Unabhängig davon, wie die Entscheidung ausfällt, kommt es aus Gormans Sicht darauf an, bei den zwei wichtigsten Punkten international einheitlich vorzugehen, und zwar bei den Kapitalanforderungen und den Bilanzierungstandards. Nicht zuletzt sieht er aber die Geschäftsführung in der Pflicht, nicht zu hohe Risiken einzugehen. Insgeheim habe er gehofft, so Gorman, dass es nicht erforderlich sei, den Banken vorzuschreiben, wie sie zu agieren haben. Doch die Krise habe nun einmal dazu geführt und zwinge dazu, die Geschäftsmodelle zu überprüfen.

Noch deutlichere Worte als Gorman fand Bundesbankpräsident Axel Weber: Das internationale Finanzsystem müsse sich "tiefgreifend" ändern, forderte er. "Die Finanzmärkte haben sich zwar wieder beruhigt, sind aber noch immer von erhöhter Unsicherheit geprägt und nicht vor Rückschlägen gefeit", warnte er.

Beide, Gorman und Weber, wollten indes trotz aller Vorsicht und mahnender Worte kein zu dunkles Szenario an die Wand malen. Die Realwirtschaft entwickle sich weit besser als zu Jahresbeginn erwartet, sagte Weber. "Befürchtungen einer Doppelrezession oder einer Deflation teile ich daher nicht." Der Chef von Morgan Stanley betonte, er rechne nicht mit Staatspleiten.

Eine für Großbanken typische Haltung nahm Gorman bei der Frage "Too-big-to-fail" ein - also ob eine Bank so groß sein darf, dass sie vom Staat vor einer Pleite in jedem Fall gerettet werden muss, um einen Dominoeffekt zu vermeiden. Der Vorstandschef einer der größten US-Investmentbanken warnte davor, hier falsche Lehren aus der Finanzkrise zu ziehen. Nicht die Größe einer Bank sei gefährlich, sondern falsches Management, erklärte er. Die Gefahren lägen in einer zu niedrigen Kapitalisierung und einem zu riskanten Geschäftsmodell.

Mit dieser Haltung bewegt sich Gorman auf einer Linie mit dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank. Nicht die Größe einer Bank sei entscheidend, hatte wiederholt Josef Ackermann gesagt, sondern die Aufstellung des Instituts.


Webseite: www.morganstanley.com

-Von Madeleine Nissen, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 115, madeleine.nissen@dowjones.com (Hans Bentzien, Ulrike Dauer und William Launder haben zu diesem Artikel beigetragen.) DJG/maw/jhe

(END) Dow Jones Newswires

September 08, 2010 08:11 ET (12:11 GMT)

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