Die Benetton-Gruppe in der Wirtschaftskrise geschickt gegengesteuert und die Umsatzrückgänge in den Kernmärkten mit aggressivem Wachstum in Übersee abmildern können.
Lektion in Schadensbegrenzung: Die Modemacher von Benetton haben den Umsatzrückgang in 2009 auf überschaubare 2,8 Prozent begrenzen können und gleichzeitig die Gewinnerwartungen der Analysten deutlich übertreffen können.
Im Vergleich zum Rekordwert des Vorjahres ist der Umsatz der Unternehmsgruppe aus dem italienischen Treviso zwar von 2.128 Millionen Euro auf 2.050 Millionen geschrumpft, der Nettogewinn blieb jedoch mit 120 Millionen über den Markterwartungen, die zwischen 100 und 105 Millionen Euro gelegen hatten. Der Wert liegt dennoch um etwa einem Fünftel unter dem Vorjahr, trug allerdings dennoch dazu bei, den Schuldenstand von 689 auf 570 Millionen reduzieren zu können.
Die Börse reagierte auf die Veröffentlichung der Zahlen positiv und ließ einen Kursansteig von 3 Prozent verzeichnen. Die Wirtschaftszeitung 'Il Sole 24 Ore' registrierte Zufriedenheit aus Unternehmenskreisen, da man in schwierigem Fahrwasser das Rekordniveau von 2008 fast komplett habe halten können.
Ein Blick auf die regionale Umsatzentwicklung macht deutlich, dass der deutliche Rückgang in Höhe von vier Prozent in den traditionellen, vor allem europäischen Märkten durch ein Wachstum von 15 Prozent in den Emerging Markets abgemildert werden konnte. In dieser Hinsicht schlug vor allem Indien mit einem Plus von 50 Prozent zu Buche, während auch die Türkei- und Mexiko-Aktivitäten der Gruppe erfeuliche Zahlen lieferten. Vor allem in den mittelamerikanischen Land scheint sich eine Partnerschaft mit Multimilliardär Carlos Slim auszuzahlen.
In China ist das Bild indessen eher durchmischt, hier wird Benetton die eigene Präsenz fokussieren. Im Gegensatz zu Indien, wo die Marktpenetration bereits weit gediehen ist, soll im wesentlichen eine Konzentration auf Peking und Schanghai stattfinden. Bislang enttäuschte das Engagement im Reich der Mitte also eher, als dass es Grund zum Jubeln lieferte.
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Für das Geschäftsjahr 2010 geht Benetton von einer stabilen Lage in der ersten Jahreshälfte aus, um dann im weiteren Verlauf mit der Herbst/Winter-Kollektion wieder stärker zu punkten. Indessen sollen weitere Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungsmaßnahmen erfolgen. Auch wird davon ausgegangen, dass es im April einen Wechsel an der operativen Spitze geben wird, da Topmann Gerolamo Caccia Dominioni das Unternehmen verlassen wird. Vizepräsident Alessandro Benetton wird allerdings weiterhin für Kontinuität sorgen. (mso)