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Grand Prix von Ungarn: Jenson Button stellt alle in den Schatten

19.10.2009RÜCKBLICK AUF EINE ATYPISCHE SAISON

Jenson Button: Mit dem Rechenschieber zum Titel

Dass Mark Webber seinen zweiten Saisonsieg holte, ging fast unter. Dass Rubens Barrichello wieder einmal zuhause zum Unglücksraben wurde, interessierte kaum. Dass Robert Kubica ein kräftiges Lebenszeichen von sich gab und dass Kamui Kobayashi ein sensationelles Debüt feierte, blieb auch außen vor. Wieso? Weil Jenson Button sich mit Rang fünf im Rennen vorzeitig zum Weltmeister 2009 kürte.

Nur ein paar Monate nach einer demütigenden Saison und wenige Wochen nach dem Schock-Ausstieg von Honda gelang Jenson Button ein imposanter Debütsieg für das BrawnGP-Team in Australien. Alles sprach zunächst von Zufall, weil die Strecke in Melbourne ja atypisch sei. Doch der Engländer dominierte auch in Malaysia und die Konkurrenz schob den Erfolg dem ominösen Doppeldiffusor zu. Bestätigt wurde der Glaube an „Anfängerglück“ bei den Brawnies durch den Red Bull Doppelsieg von Sebastian Vettel und Mark Webber im dritten WM-Lauf in China.
 
Tolle Siegesserie

Doch den Besserwissern blieb bald der Mund vor Staunen offen, denn Button holte weitere Rennsiege in Bahrain, Spanien, Monaco und der Türkei. Dabei baute er seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft auf sagenhafte 26 Punkte auf Teamkollege Barrichello aus. Die WM schien bereits entschieden und niemand, auch nicht „Berufspessimist“ Niki Lauda glaubte mehr an eine Wende.
 
Matte zweite Hälfte

Doch diese Wende kam und zwar deutlich: Es wurde offensichtlich, dass die Renndosen des Bullenstalls bei kühleren Temperaturen schneller waren, und so konnte vor allem Basti Vettel Boden gut machen. Button hingegen schien in ein Loch gefallen, kämpfte mit dem Druck des Favoriten und verlor auch immer mehr den Nummer-1-Status im eigenen Team. Während Vettel ab der Türkei bis zum Grand Prix von Brasilien 40 Punkte einfuhr, holte Barrichello 36. Im Gegensatz dazu kam Button auf magere 24 Zähler und lediglich ein Podium, Platz zwei hinter dem Brasilianer beim GP von Italien in Monza.
 
Superhirn mit Superstrategie

Dass es am Ende doch für JB reichte, lag nicht zuletzt daran, dass er mit Teamchef Ross Brawn den wohl besten Strategen im Feld an der Boxenmauer stehen hat. Obwohl Barrichello auf Pole Position und somit zur Aufholjagd bereit stand, konzentrierte sich Brawn in erster Linie darauf, Button weit genug vorne in die Punkteränge zu bringen, um den Titel abzusichern. Ohne den späten Stop wegen des Reifenschadens wäre Rubinho zwar noch Dritter geworden, aber den Rennsieg hat man bei den Brawnies hergeschenkt – auch wenn Webber und Red Bull sehr stark waren.
 
Keine Spannung in der Wüste

Vor dem abschließenden Rennen in Abu Dhabi sind beide Weltmeisterschaften entschieden. Button ist mit 15 Punkte Vorsprung in der Einzelwertung uneinholbar und BrawnGP hat sich mit 161 Zählern auch die Konstrukteurswertung gesichert – ein meisterhaftes Ergebnis in der ersten Saison des Bestehens. „Es ist ein unglaublicher Moment, ein brilliantes Resultat für uns alle. Ich kann noch gar nicht fassen, was hier und heute wirklich geschehen ist“, jubelte Button in die Mikrofone. Ähnlich erging es wohl auch dem sichtlich gerührten Teamboss Ross Brawn….

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