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20.05.2008VOR DEM GRAND PRIX IN MONTECARLO

Fernando Alonso im Interview: “In Monaco ist alles möglich”

Im Vorjahr siegte Fernando Alonso in Monaco, wenn auch umstritten, vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton. In dieser Saison dürfte der zweifache Formel-1-Weltmeister auf dem lahmenden Renault wohl kaum eine Siegeschance haben. Dennoch steht er EUROPOLITAN bereitwillig Rede und Antwort und blickt unverblümt und offen nach vorne auf die Restsaison.

Fernando, Du kommst als Vorjahressieger hier nach Monaco. Was ist das für ein Gefühl?

Ein schönes Gefühl natürlich. Letztes Jahr lief an diesem Wochenende alles perfekt und ich konnte meinen zweiten Sieg in Monte in Serie holen.

Ist das auch dieses Jahr drin?

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Wir fahren dieses Jahr ohne Traktionskontrolle und elektronische Hilfen und gerade die Bodenhaftung ist hier besonders wichtig. Es wird aber für alle Teams gleich schwierig, wodurch sich die Kräfteverhältnisse vielleicht ein wenig verschieben könnten.

Hältst Du also einen Podestplatz für möglich?

Naja, ich bin mir da nicht so sicher, denn wenn die Top 3, also Ferrari, McLaren und BMW, alles richtig machen, dann fahren wir um Rang sieben. Im Endeffekt geht's hier darum das beste Setup zu finden. Dann ist alles möglich.

Der Start ist in Monaco auch sehr wichtig. Renault war hierfür früher eine Bank. Nun nicht mehr...

Ja, die Ferraris haben uns da eindeutig überholt. Das Problem ist, dass wir noch zu viel durchdrehende Räder haben. In Barcelona und der Türkei waren wir auf den ersten 40 Metern voll dabei, aber dann bekam ich die Leistung nicht mehr auf die Straße. Aber wir haben daran gearbeitet, keine Sorge (lacht).

Ferrari scheint aber nicht nur am Start vorne zu liegen...

Ja, stimmt. Die haben ihre Hausaufgaben gemacht. Ferrari ist sicher am stärksten, dann folgen McLaren und knapp dahinter BMW. Wir konnten uns aber seit Saisonbeginn stark verbessern und sind wohl nun die Nummer vier.

Und wird diese Reihenfolge auch in Monaco so bleiben?

Unter normalen Umständen ja, denn wir fahren jedes Jahr nach Monaco und hoffen auf eine Sensation, und dann steht am Ende doch ein McLaren oder ein Ferrari ganz oben.

Aber Ihr habt in den letzten Rennen stark zugelegt....

Ja, wir haben uns seit Saisonbeginn deutlich verbessert, sind sicher drei Zehntel schneller geworden. Aber um realistisch zu bleiben, muss man sagen, dass wenn die großen Drei keine Fehler machen, wir um Platz sieben kämpfen.

Ist das für einen Doppelweltmeister nicht frustrierend?

Sagen wir so - es ist eine neue Herausforderung. Und weil wir sehen, dass wir Fortschritte machen, ist es nun nicht mehr frustrierend. Zu Saisonbeginn gab es oft Rückschläge, doch der ständige Kampf hat uns zusammen geschweißt, uns besser gemacht. Uns fehlt auf die Spitze nicht mehr so viel.

Sind für Monaco Wagen-Updates geplant?

Nein, aber in Monaco ist es schon schwer genug einen vertrauten Wagen richtig abzustimmen (lacht). Dort zählt nur das richtige Setup, dann bist Du vorne dabei.

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Wann könnt Ihr dann mit weiteren Updates rechnen?

Es gibt diesbezüglich keine Vorhersagen, denn die Jungs in der Fabrik arbeiten Tag und Nacht. Sie könnten morgen etwas finden, aber auch erst in zwei Monaten. Wir sind aber alle hochmotiviert und verbessern uns ständig. Das wird man auch in Monte sehen...

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