Mit einer perfekten Choreographie lotste Teamboss Ross Brawn seine beiden Piloten in Monza zum Doppelsieg – dem vierten in der Saison 2009. Ferrari rettete Platz drei.
Rubens Barrichello gewann den GP von Italien vor WM-Leader Jenson Button und holte sich damit den zweiten Sieg des Jahres. Erstmals fuhren die weiß-neongelben Boliden von Brawn GP in dieser Reihenfolge durchs Ziel, denn bei den drei Doppelerfolgen zuvor, hatte stets Button gewonnen. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Hier in Monza zu gewinnen, wo ich so lange als Ferrari-Pilot gefahren bin, ist noch eine Stufe schöner", strahlte Rubinho bis über beide Ohren.
Aber auch Button war zufrieden, denn „endlich konnte ich wieder meine Pace fahren und acht Punkte sind eine gute Ausbeute." „Die Red Bulls waren nirgendwo, womit es wohl nun eine Geschichte zwischen Rubens und mir wird", fügte der Engländer im Hinblick auf die WM hinzu.
Hamilton out, Räikkönen Dritter
Lange beherrschte Weltmeister Lewis Hamilton die Szene, doch durch seine Zwei-Stop-Strategie fiel er hinter die Brawns zurück. In den letzten Runden riskierte er alles und konnte sich immer näher an den zweitplatzierten Button herankämpfen. Eine Runde vor Schluss rutschte Hamilton aber von der Strecke und sein Traum vom Podium endete in den Leitplanken.
"Ich bin auf die Kerbs gekommen und dann einfach abgeflogen. Um in der Formel 1 vorne dabei zu sein, muss man riskieren. Das habe ich getan und diesmal ging es nicht auf." Großer Profiteur des Unfalls war Kimi Räikkönen, der seinen Ferrari somit zur Freude der über 100.000 Tifosi aufs Podium stellen konnte. Der Finne ist damit der Mann der Stunde, war er doch in den letzten vier Rennen immer am Podest.
Force India Höhenflug
Überragend präsentierte sich auch das Force India Team. Der Underdog von Vijay Mallya zeigte nach der Pole Position und Platz zwei von Giancarlo Fisichella in Spa diesmal durch Adrian Sutil auf. Der Deutsche stellte den Wagen zunächst in der Quali in Reihe eins und kämpfte dann das gesamte Rennen gegen Räikkönen.
Am Ende wurde es Platz vier, Sutils bestes Rennergebnis seiner Formel-1-Karriere. Dennoch war er nicht ganz zufrieden: „Natürlich ist es toll Vierter zu werden, aber es war sogar noch mehr drin. Einerseits war ich eigentlich immer schneller als Kimi, konnte aber nicht überholen. Andererseits wäre das beim Tankstop möglich gewesen, doch da habe ich mich verbremst und so Zeit verloren."
Bullen abgestürzt
Alle WM-Hoffnungen müssen wohl Sebastian Vettel und Mark Webber begraben. Nach einem grottenschlechten Qualifying starteten die beiden „Bullen" im umkämpften Mittelfeld und Webber wurde noch in Runde eins zum Crashopfer. Kubica schoss ihn ab und somit war die WM für den Australier gelaufen.
Vettel fuhr mit einem schlecht liegenden Wagen beherzt, aber ohne wirklichen Erfolg. Durch Hamiltons Aus in der letzten Runde gab's am Ende sogar noch einen Punkt, „doch der hilft mir nicht wirklich. Der Rückstand ist nun beträchtlich und vor allem haben die Brawns ihr Selbstvertrauen wieder", resümierte Vettel.
Verwandte Artikel
WM in weißer Hand
Während die Silberpfeile von McLaren-Mercedes und die Roten von Ferrari schon länger aus dem Kampf um die WM draußen sind, dürfte es nach dem Wochenende in Monza nun auch die Blauen von Red Bull erwischt haben.
Das "weiße Ballett" tanzte zum Doppelsieg und in der WM-Wertung führt nun Button mit 80 Punkten vor Barrichello (66). Dritter ist Vettel mit 54, gefolgt von Webber (51.5) und Räikkönen, der auch schon bei 40 Punkten hält.