Deutschland sucht den Superstar… nicht mehr, denn er scheint schon gefunden: der 18-jährige Sebastian Vettel, derzeit Zweiter in der F3 Euroseries, bekam Donnerstag einen Testfahrer-Vertrag bei BMW Sauber F1, fuhr Freitag Bestzeit und...
Deutschland sucht den Superstar… nicht mehr, denn er scheint schon gefunden: der 18-jährige Sebastian Vettel, derzeit Zweiter in der F3 Euroseries, bekam Donnerstag einen Testfahrer-Vertrag bei BMW Sauber F1, fuhr Freitag Bestzeit und wird schon als kommender Michael Schumacher gehandelt. Harry Miltner sprach mit ihm.
Europolitan: Sebastian, wie war Dein erster Freitag in der Formel 1?
Vettel: Das Ergebnis überrascht mich selbst. Es war schwierig, denn ich kannte die Strecke ja nicht und hatte auch erst einen Formel-1-Test. Aber ich habe mich sehr wohl gefühlt und habe auch einige Informationen liefern können.
Europolitan: 1.28,091 min, Bestzeit, alles staunt…
Vettel: Es war einfach toll! Was hier in den schnellen Kurven abgeht, das ist einfach unbeschreiblich. Im zweiten Training ging es dann sogar noch erheblich schneller.
Europolitan: Aber da war noch was weniger Erfreuliches…
Vettel: Ja, ich habe auch gleich Bekanntschaft mit anderen Formel-1-Gebräuchen gemacht. Zuerst habe ich vergessen, den Speedlimiter in der Boxengasse zu drücken, was teuer wird. Und dann musste zufällig ich nach dem zweiten Training zur Doping-Kontrolle.
Europolitan: Verträgt sich Dein F1 Engagement eigentlich mit Deinen F3 Euroseries Ambitionen?
Vettel: Ja sicher, denn die Rennwochenenden alternieren.
Europolitan: Kannst Du uns erklären, wo die gravierenden Unterschiede zwischen dem Fahren eines F1 und eines F3 liegen?
Vettel: Zuerst sind mal die G-Kräfte viel höher, die F1 Autos haben mehr Kraft und mehr Speed. Also ist eigentlich alles anders… Man muss auch seine Nackenmuskeln sehr gut trainieren. Viel mehr kann ich auch noch nicht sagen, denn ich muss noch vieles über diese Autos lernen. Aber eines weiß ich schon jetzt – wenn man einmal so einen Wagen gefahren hat, dann will man nur mehr so einen Wagen fahren!
Europolitan: Alles redet schon von Dir als neuem Schumi. Hast Du ein Idol?
Vettel: Die Frage ist leicht zu beantworten. Natürlich ist Michael (Schumacher) mein Vorbild. Er ist der faszinierendste Fahrer, nicht nur weil er der beste ist, sondern auch weil er so hartnäckig und ehrgeizig ist. Und das noch immer.
Europolitan: Wie meinst Du das genau?
Vettel: Nun, er hat schon sieben Titel gewonnen, aber er sieht jedes Rennen immer noch wie eine eigene Meisterschaft.
Europolitan: Dein Mentor Gerhard Noack, der ja auch Schumacher betreut hat, sagt, Du hättest den gleichen Ehrgeiz und Willen. Hast Du tatsächlich Gemeinsamkeiten?
Vettel: Mich mit Michael zu vergleichen wäre wohl vermessen. Aber ich kann mich auch schnell an neue Strecken gewöhnen und gut mit wechselnden Wetterbedingungen zurechtkommen.
Europolitan: Wann hast Du zum ersten Mal gespürt, dass Du ein großes Talent hast?
Vettel: Ich denke darüber eigentlich nie nach. Viele Leute haben mir immer wieder gesagt, wie talentiert ich wäre. Aber ich steig einfach in mein Auto und fahr so schnell es geht.
Europolitan: Michael hat einen Glücksbringer. Du auch?
Vettel: Ja, ein kleines goldenes Schweinchen mit einem Pfennig drinnen. Das hab ich bei jedem Rennen in meiner Geldtasche.
Europolitan: Was war Dein bisher größter Sieg?
Vettel: Mein Sieg beim Kartrennen in Monaco 2001. Dort zu gewinnen ist einfach etwas Besonderes. Die Strecke wird erst zwei Wochen vorher präpariert und die Atmosphäre ist ein Traum.
Europolitan: Bei welchem Formel 1 Team würdest Du gerne fahren?
Vettel: BMW natürlich… Aber ich denke, jeder Rennfahrer möchte auch gerne mal für Ferrari ins Steuer greifen!
Europolitan: Was ist Dein Traum?
Vettel: Der eines jeden Fahrers – die Formel 1 WM zu gewinnen und das so schnell wie möglich…