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31.12.2009MILLIONEN VON HÖRSTÖRUNG BETROFFEN

Tinnitus: Zerstreuung mit heilender Wirkung - Musiktherapie kann Ohrgeräusche lindern

Laut einer Studie um den Leiter des Instituts für Biomagnetismus und Biosignalanalyse an der Universität Münster, Christo Pantev, kann eine neue Art von Therapie den Lärmpegel bei Tinnitus-Patienten deutlich reduzieren: eine individuell maßgeschneiderte Musiktherapie.

Musikhören ist nicht nur Unterhaltung für viele Menschen, sondern kann auch bei der Behandlung von Tinnitus helfen, wie Forscher um Christo Pantev von der Universtiät Münster jetzt in einer Studie herausfanden.

39 Tinnitus-chronische Patienten nahmen an der entsprechenden Studie teil und wurden dabei entweder mit einer individuell maßgeschneiderten Musiktherapie, mit einer Placebo-Version der Musiktherapie oder wie üblich behandelt.

Die Teilnehmer der ersten zwei Gruppen hörten sich durchschnittlich zwölf Stunden in der Woche ihre Lieblingsmusik an, welche nach Einschätzung der Studieleiter eine erhöhte Aufmerksamkeit beim Hören erzeugt und sogar das Belohnungsempfinden stimulieren könnte. Allerdings bekamen die Probanden der neuen Therapie die Musik immer so modifiziert zu hören, dass der Klang an die Frequenz "ihres" Ohrklingelns angepasst und damit die Tinnitus-Frequenzen herausgefiltert wurden.

Laut der Forschergruppe kam es schließlich bei der Gruppe, die der modifizierten Musik zuhörte, tatsächlich zu einer signifikanten Reduktion der subjektiven Tinnituslautstärke im Vergleich zu den Vergleichsgruppen.

Darüber hinaus zeigte sich bei den Hirnmessungen in der behandelten Gruppe eine verminderte Reaktion auf die Hörreize in der Tinnitus-Frequenz, während bei den beiden Kontrollgruppen hingegen ein gegenteiliges Ergebnis zu beobachten war: Die Hirnregionen, die auf diese Frequenzbereiche antworteten, zeigten eine verstärkte Antwort, hiEß es weiter.

Der Grund für das nachlassende Pfeifen, Rauschen oder Piepsen sei nach Vermutung der Forscher die geringere Stimulation der Hörnerven, die vom Tinnitus betroffen sind. Die gefilterte Musik hemme die für Tinnitusfrequenz zuständigen Nervenzellen, das Gehirn vergesse nach einer gewissen Zeit, die Ohrgeräusche wahrzunehmen. Das Ergebnis: der Tinnitus sei sozusagen erlernt.

"Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Lautstärke eines Tinnitus durch eine unterhaltsame, kostengünstige, maßgeschneiderte Musikbehandlung deutlich verringert werden kann", berichteten Panteva und seine Kollegen in der Fachzeitschrift 'Proceedings of the National Academy of Sciences' (PNAS).

Darüber hinaus beteuerten die Forscher, eine Behandlung nach diesem Prinzip sei für die Patienten alles andere als lästig, da sich die jeweilige Lieblingsmusik filtern lasse. Da sie zudem kostengünstig sei, könnte sie eine wertvolle Ergänzung zu psychologischen Therapien darstellen.

Tinnitus wurde schon vor über 3.000 Jahren von den alten Griechen beschrieben, dessen Ursache ist aber bis heute unbekannt. Heute plagen sich schätzungsweise ein bis drei Prozent der Bevölkerung mit den störenden Ohrgeräuschen herum.

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