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30.12.2009PREIS UNGLEICH QUALITÄT

Stiftung Warentest: Teurer Feinschmecker-Lachs mit Note 'mangelhaft'

Die Stiftung Warentest hat in der Januarausgabe 18 Sorten Räucherlachs getestet. Dabei schnitten sieben Produkte mit dem Ergebnis “gut“ ab. Die größte Überraschung bereitete der frische Lachs aus der Feinschmeckerabteilung des Berliner Nobelkaufhauses KaDeWe: obwohl für einen Preis von 14,80 Euro pro 100 Gramm bei weitem das teuerste Produkt, erhielt dieser das Urteil “mangelhaft“.

Der Räucherlachs, der eigentlich auf kalten Buffetts nicht fehlen darf, hat zu Weihnachten und Silvester Hochkonjunktur. Pünktlich zu den Feiertagen veröffentlicht die Stiftung Warentest nun ihre Testergebnisse. Getestet wurden abgepackte Zucht- und Wildlachse sowie eine Sorte von der Frischetheke des Kaufhauses KaDeWe.

Dabei entpuppte sich das teuerste Produkt aus der Feinschmeckerabteilung des KaDeWe als absoluter Verlierer im Test. Als irischer Wildlachs deklariert wurde er schnell als Zuchtlachs enttarnt. Darüber hinaus war das Produkt mit Bakterien belastet, was auf eine mangelnde Hygiene bei der Verarbeitung hinweist und zu Problemen bei Menschen mit schwachem Immunsystem führen kann. Das Kaufhaus reagierte aber sofort auf die Ergebnisse und nahm das Produkt noch im November aus dem Sortiment.

Interessant ist auch, dass die drei Wildlachsprodukte im Test allesamt nur mit der Note "befriedigend" abschlossen. Die Anbieter bewerben diese meist als "Naturprodukt" und von "hervorragender Fleischqualität". Die Testergebnisse sehen jedoch anders aus. Der Zuchtlachs kann durchaus mit dem Wildlachs mithalten, er übertrifft diesen gar.

Sieben Sorten des beliebten Fisches konnten das Urteil "gut" erringen. Unter anderem die Zuchtlachse der Discounter Lidl, Aldi und Penny. Zum besten Produkt gekrönt wurde der Premium Rauchlachs von Friedrichs mit einem Preis von ca. 4 Euro pro 100 Gramm. Auch die Bioprodukte waren durchwegs von guter bis befriedigender Qualität.

Kriterien für die Bewertung waren unter anderem Aussehen, Geruch, (Nach-) Geschmack, Konsistenz und Herrichtung. Der Lachs sollte sich idealerweise durch ein zartes Fleisch, ein deutliches Raucharoma und einen nur leicht fischigen Geschmack auszeichnen. Punktabzug gab es bei einem leicht bitteren und brennenden Nachgeschmack oder bei vielen kleinen Reststücken in der Packung. Ebenfalls moniert wurden blaue Impfflecken, Gräten oder Hautreste.

Trotz der Gefahr, dass die Fische mit Schadstoffen wie Tierarzneimittel-Rückständen oder Quecksilber belastet sind, wurden keine erhöhten Werte in den Tieren nachgewiesen.

Neben dem Räucherlachs aus dem Berliner KaDeWe wiesen jedoch fünf weitere Artikel erhöhte Keimzahlen auf. Da der Räucherlachs bei seiner Verarbeitung nicht erhitzt wird, werden auch die Keime nicht abgetötet. Als die Tester die Packungen kurz vor Erreichen des Haltbarkeitsdatums öffneten, wurden bei folgenden Anbietern erhöhte Werte nachgewiesen, die sich jedoch weder gesundheitsschädigend noch geschmacksbeeinträchtigend auswirken: der Zuchtlachs von real/Tip und Laschinger, die Bio-Lachse Wechsler´s Nr. 1 und Rewe Bio sowie der Wiildlachs von Stührk.

Vergleicht man die Ergebnisse mit dem letzten Test im Januar 2002, kann man aber eine deutliche Verbesserung der Räucherlachsqualität feststellen. Damals wurden zehn von 22 Sorten mit "mangelhaft" und sechs mit "ausreichend" bewertet, während bei dem aktuellen Test nur ein "mangelhaft" und ein "ausreichend" zu verzeichnen sind.

Die Stiftung Warentest rät, den Lachs bei 4 bis 6 Grad Celsius kühl aufzubewahren. So ist er ungeöffnet etwa zwei Wochen ab der Herstellung haltbar. Angebrochene Packungen sollten jedoch spätestens am darauffolgenden Tag verzehrt werden.

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