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14.07.2009FORSCHER AUS DEM HÄUSCHEN

Sensationeller Fund: Spanische Grippe macht vor Schweinegrippe immun

Forschern ist jetzt möglicherweise ein sensationeller Zusammenhang zwischen Viruserregern aufgefallen, der entscheidend bei der Bekämpfung der grassierenden Schweinegrippepandemie sein könnte. So ließ sich eine Ähnlichkeit zwischen dem Schweinegrippe-Virus und dem Erreger der Spanischen Grippe von 1918 feststellen.

Wie nun ein US-Expertenteam rund um den Forscher Yoshihiro Kawaoka von der Universität Wisconsin in der Fachzeitschrift „Nature" veröffentlichte, ergab ihre Studie den Zusammenhang zweier Erregerstämme. Das Besondere: es handelt sich um die nachweisbare Ähnlichkeit zwischen dem Schweinegrippe-Virus und dem Virustyp der Spanischen Grippe der im Jahre 1918 circa 50 Millionen Todes-Opfer forderte.

Das Augenmerkmal zu diesem Fazit legten die Forscher auf den Befall der Lunge. So heißt es in dem Artikel, dass H1N1-Virus greife eher als die üblichen saisonalen Grippen auf das Atemorgan des Menschen über. Dies sei ein Kennzeichen von Viren, die Pandemien auslösen, und insbesondere des Erregers der Spanischen Grippe.

Ausgangspunkt waren die von dem Forscherteam untersuchten Blutproben von Menschen aus unterschiedlichen Altersklassen. Jeder der vor 1920 geboren worden ist, hatte Antikörper im Blut, die in der Lage sind Schweinegrippe-Viren zu neutralisierten. Daraufhin schlossen die Forscher, dass die Antikörper von einer überstandene Kindheits-Infektion mit dem gefährlichen Erreger der Spanischen Grippe stammen.

Außerdem untersuchte die Expertengruppe in ihrer Studie zwecks Vergleichen an Mäusen, Frettchen, Makakenäffchen und Schweinen, wie sich das Schweinegrippe-Virus auf den Organismus auswirkte. Das Fazit war ernüchternd. Denn außer bei den Schweinen richtete das H1N1-Virus bei allen Tieren schwerere Lungenschäden an als die vergleichsweise harmlosen saisonalen Influenzaviren.

„Ich bin sehr besorgt, weil das Schweinegrippe-Virus sich ganz klar von den Erregern saisonaler Grippe unterscheidet", erklärte Kawaoka. „Es ist wesentlich schädlicher." Das Virus vermehre sich deutlich besser in der Lunge, sagte der Wissenschaftler.

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Die Schweinegrippe gilt als die erste weltweite Epidemie des 21. Jahrhunderts. Schätzungen zufolge haben sich bislang mehr als eine Million Menschen daran infiziert, darunter 500 Fälle mit tödlichem Ausgang. Der Befund des US-Teams könnte erläutern, weshalb das Schweinegrippe-Virus vorwiegend jüngere Leute befällt und bei ihnen schwerere Erkrankungen hervorruft als bei älteren Generationen. Dennoch gibt es keinen Grund zur Panik: Die UN-Gesundheitsorganisation WHO sieht den H1N1-Virusinfekt als eine überwiegend moderat verlaufende Erkrankung. (sdo)

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