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20.11.2009FALSCHER SQUALEN-ALARM

Robert-Koch-Institut meldet 53.957 Infizierte - Impfkritische Mail verwirrt

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am vergangenen Mittwoch im epidemiologischen Wochenbericht zur Schweinegrippe-Situation mitteilte, haben sich seit Ausbruch der Neuen Grippe 53.957 Menschen in Deutschland infiziert. Das RKI wie auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) raten zur Eindämmung der Pandemie sich schnellstmöglich impfen zu lassen.

Jedoch sorgte eine Ketten-Mail in den vergangenen Tagen für Verwirrung, in der die Frankfurter Ärztin Juliane Sacher vor der Impfung warnt: "Wenn die Bundesregierung ihren Willen durchsetzt und 35 Millionen Menschen geimpft werden, ist damit zu rechnen, dass 8-9 Millionen Bundesbürger für die nächsten Jahrzehnte unter chronischer Müdigkeit und Fibromyalgie etc. leiden werden."

Binnen einer Woche infizierten sich 14.890 Deutsche mit dem H1N1-Virus. Bei den 5-14-Jährigen grassiere die Grippe besonders schlimm, wie aus dem Bericht des RKI hervorgeht. Infizierten sich in Kalenderwoche 44 noch 5.032 Einwohner in Bayern, dem Bundesland mit den meisten Erkrankten, so waren es in der Woche darauf bereits 6.473 neue Schweinegrippe-Fälle. Bundesweit trat die Grippe innerhalb einer Woche bei 18,11 pro 100.000 Einwohner auf, wobei regionale Schwankungen die Regel sind. In Bayern steckten sich statistisch 51,7 Menschen an, in Bremen waren es 47,96 Betroffene. In Brandenburg hingegen ist die Gefahr sich anzustecken noch gering: 1,62 Einwohner pro 100.000 trifft es im östlichen Bundesland.

Obwohl der Impfstoff Pandemrix des Herstellers GlaxoKlineSmith umstrittene Wirkverstärker, sogenannte Adjuvanzien, enthält, empfehlen das RKI wie auch das PEI sich möglichst schnell gegen die Schweinegrippe, an der bereits mehrere Patienten mit Vorerkrankung gestorben sind, impfen zu lassen. Die Frankfurter Ärztin Juliane Sacher sprach sich in einer E-Mail allerdings gegen die Schweinegrippe-Impfung aus. "Wenn die Bundesregierung ihren Willen durchsetzt und 35 Millionen Menschen geimpft werden, ist damit zu rechnen, dass 8-9 Millionen Bundesbürger für die nächsten Jahrzehnte unter chronischer Müdigkeit und Fibromyalgie etc. leiden werden", so die Ärztin, die 'Spiegel Online' zufolge für ihre generelle Impfkritik bekannt ist.

Sacher machte in ihrer E-Mail darauf aufmerksam, dass in den Impfstoffen Pandemrix und Focetria als Wirkverstärker Squalen enthalte. "Beim Menschen ist Squalen bei den US-Soldaten des ersten Golfkriegs als Impfverstärker eingesetzt worden", erläuterte die Ärztin. "Jeder Vierte von ihnen und auch solche, die zu Hause blieben (!) bekam die sogenannte Golfkriegskrankheit, mit chronischer Müdigkeit, Fibromyalgie (Muskelrheuma), neben Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen, persistierenden Kopfschmerzen, Erschöpfung und ausgedehnten Schmerzen charakterisiert. Die Krankheit kann auch chronische Verdauungsprobleme und Hautausschlag einschließen." Die Krankheit könne auch chronische Verdauungsprobleme und Hautausschlag einschließen, so Sacher. Seit 18 Jahren habe sich die Erkrankung nicht gebessert. Mit der Bitte "Geben Sie dieses E-Mail bitte an möglichst viele ihrer Bekannten weiter" schließt die E-Mail.

'Spiegel Online' zufolge bstreiten namhafte Experten einen Zusammenhang mit den mysteriösen Krankheitssymptomen bei Soldaten, die im ersten Golfkrieg gegen Anthrax geimpft worden waren. Sacher berufe sich auf eine Studie amerikanischer Forscher der Tulane Medical School in New Orleans, die vor neun Jahren veröffentlicht wurde. Vor genau einem Jahr legte eine US-amerikanische Untersuchungskommission jedoch einen Bericht vor, welchen die besagte Studie als nicht aussagekräftig abkanzelt. "Demnach sei der Antikörpertest nicht valide und die Probandenzahl von 38 Personen zu klein gewesen", berichtet 'Spiegel Online'. Die Untersuchungskommission stellte dem Nachrichtenportal zufolge fest: "Der Anthrax-Impfstoff, der den Soldaten verabreicht wurde, enthält überhaupt kein Squalen als Wirkverstärker-Bestandteil. Stattdessen wurde nach Angaben der US-Arzneimittelzulassungsbehörde FDA Aluminiumhydroxid verwendet."

Das PEI und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagierten mit einer Gegendarstellung auf die Ketten-E-Mail. Der Impfstoff Pandemrix sei "inzwischen in klinischen Studien bereits bei mehr als 30.000 Probanden eingesetzt, ohne dass es auffällige Nebenwirkungen gegeben hätte."

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Die Homepage der Frankfurter Ärztin ist derzeit nicht erreichbar. Wie 'Spiegel Online' berichtete, habe sich Sacher vor einigen Tagen zu den Vorwürfen so geäußert: "In meiner Ursprungsmail habe ich mich auf Arbeiten bezogen, die einen Zusammenhang zwischen Squalen und Golfkriegssyndrom gesehen haben. Ich gebe zu, dass das nicht so geschickt war, weil einige Autoren später darlegten, dass das Syndrom nichts mit Squalen zu tun gehabt haben kann, weil in dem Impfstoff kein Squalen vorhanden gewesen sein soll."

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