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01.07.2009ALTERNATIVMEDIKAMENT RELENZA ERFOLGREICH

H1N1: Schweinegrippe-Virus erstmals resistent gegen Tamiflu

Nach Angaben der dänischen Gesundheitsbehörde ist erstmals Ende Juni ein Patient mit der sogenannten Schweinegrippe behandelt worden, der Symptome für eine Resistenz gegen das Standardpräparat Tamiflu (Wirkstoff: Oseltamivir) zeigte. Eine Umstellung auf den Wirkstoff Zanamivir (Präparat: Relenza) war erfolgreich; der Kranke ist inzwischen genesen.

Wie bei jeder Grippewelle sei es auch im Fall der derzeit grassierenden "Schweinegrippe" normal, dass früher oder später Resistenzen aufträten, ließ David Reddy, Chef von Hoffmann-La Roche, verlauten. Da Viren natürlicherweise mutieren, sind nach einem Bericht des 'Focus' statistisch gesehen 0,5 Prozent aller Viren gegen Oseltamivir resistent. Labortests des European Centre for Disease Prevention and Control in Stockholm ergaben bereits 2007, dass Tamiflu gegen etwa 13 Prozent aller H1N1-Viren wirkungslos ist.

Der Fall aus Dänemark ist aber der erste, bei dem ein Patient von resistenten Viren infiziert war. Um der Verbreitung und Bildung von Resistenzen vorzubeugen, empfehlen Mediziner, auf mehrere Medikamente zurückzugreifen. "Wird vorwiegend nur ein Medikament angewendet, nimmt die Wahrscheinlichkeit für die Bildung von Resistenzen deutlich zu", äußerte sich Dieter Köhler, Chefarzt eines Lungenfachkrankenhauses im Sauerland, gegenüber dem Nachrichtenportal 'Focus.de'.

US-Mediziner hatten die Variante des Grippevirus H1N1 erstmals im vergangenen April diagnostiziert. Kurz darauf breitete sich der Erreger in Mexiko rasch breitflächig aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor einer Pandemie und rief Anfang Juni die höchste Alarmstufe aus. Weltweit sind bislang über 70.000 Erkranungen bekannt, von denen über 300 tödlich verliefen. In Deutschland ist bislang noch niemand an der so genannten Schweinegrippe gestorben.

Die Symptome sind typisch für eine Grippe. In der Regel sind die Heilungschancen bei einer frühzeitigen Behandlung jedoch hoch. Da es noch keinen Impfstoff gegen das Virus gibt, setzen Ärzte standardmäßig Tamiflu ein. Das von Hoffmann-La Roche entwickelte Medikament ist wie das von GlaxoSmithKline vertriebene Relenza ein Neuraminidase-Hemmer, der die Vervielfältigung des Virus im Körper des Patienten erfolgreich blockiert. Im Gegensatz zu Tamiflu müssen Patienten Relenza nicht schlucken, sondern inhalieren, was bei Personen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma zu Beschwerden führen kann.

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Der Wirkstoff hemmt das Enzym Neuraminidase, das den neugebildeten Viren einer Wirtszelle ermöglicht, sich von ihr zu lösen und wieder neue Zellen zu infizieren. Das Mittel verhindert also eine Ausbreitung der Viren im Körper. Deswegen sollte der Hemmstoff schnellstmöglich nach der Infektion eingesetzt werden sollte, bevor die Krankheit zu weit fortgeschritten ist oder Komplikationen eintreten.

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