Ratten, Mäuse, Nagetiere generell und auch manchmal ein Schwein: Das sind die bevorzugten Versuchstiere des Menschen. Doch nun trauten sich Forscher auch gefährlich Nahe an unsere nächsten Artgenossen heran, an Affen. Der wissenschaftliche Durchbruch in der Beobachtung der Vererbung von eingeschleusten Genen folgte: Genmanipulierte Affen zeugten grün leuchtende Jungen. Die Frage lautet nun: Wann werden auch wir grün?
Im Auftrag der Forschung grün werden? Geht es nach dem japanischen Forscherteam um Erika Sasaki vom Zentralinstitut für Versuchstiere in Kawasaki mit Sicherheit ja. Das Forscherteam hatte das Genmaterial von Weißbüscheläffchen verändert. Ein Gen, das grün floriszierende Protein (GFP), wurde in das Erbmaterial eingeschleust.
Nun die große Überraschung: Der geborene Nachwuchs der ersten Generation bildete in seinem Körper ebenfalls das GF-Protein, wenn beide Eltern Träger des Gens waren, leuchteten auch die Jungen der im ultravioletten Licht grün: "Das ist der erste bekannte Fall, in dem ein eingeschleustes Gen erfolgreich an die nächste Primatengeneration vererbt wurde", schreiben die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazin 'Nature'.
Die amerikanischen Primatenforscher Gerald Schatten und Shoukhrat Mitalipov kommendtierten die Entdeckung sogar als "einen Meilenstein" in der Forschung. Aber eine Überraschung ist der Forschungserfolg nicht: "Das Prinzip ist für jede Säugetierart gleich", erklärt Franz-Josef Kaup vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen ‘Focus.de' zufolge. Nur die genaue Methode muss je nach Art neu angepasst werden. Bei Affen, unseren nächsten Verwandten, sei das seit Jahren versucht worden. Auch beim Menschen sei der Eingriff durchaus möglich, auch wenn es wissenschaftlich eigentlich keinen direkten Anlass dafür gebe.
Rheusaffen waren lange die bevorzugten Versuchstiere. In ihr Genmaterial wurde ein neues Gen eingeschleust, das in der nächsten Generation allerdings verloren ging. Eine ordentliche Versuchsanordnung war damit nicht möglich. Ein Münchner Forscher, Eckhard Wolf vom Institut für Molekulare Tierzucht, arbeitet schon seit Jahren mit gentechnisch veränderten Schweinen.
Dabei geht es nicht um etwaige Schönheitskorrekturen bei grün leuchtenden Tieren, sondern um die Frage, wann ein bestimmtes Krankheitsgen aktiv ist. Leuchtet das Schwein, ist auch das an das GF-Protein angekoppelte Gen aktiv: Das Tier erkrankt irgendwann. Die Entstehung und Wirkung zum Beispiel von vererbten Stoffelwechselerkrankungen beim Menschen ist damit nachvollziehbar.
Affen, und vor allem die Weißbüschelaffen als sehr fortpflanzungsfreudige kleinste Primatenart, sind uns genetisch jedoch noch ähnlicher als Schweine und können bei der Suche nach einer Therapie für Krankheiten, die im Gehirn entstehen, wie Parkinson oder Alzheimer, besser helfen. (cai)