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10.09.2007Turnen

Fabian Hambüchen holt WM-Gold für Deutschland

Der Abiturient Fabian Hambüchen hat am letzten Tag der Turn-WM die erste Goldmedaille für Deutschland seit 10 Jahren geholt. An seinem Paradegerät Reck setzte er sich mit 16,250 Zählern gegen den Slowenen Aljaz Pegan mit 15,825 sowie den...

Der Abiturient Fabian Hambüchen hat am letzten Tag der Turn-WM die erste Goldmedaille für Deutschland seit 10 Jahren geholt. An seinem Paradegerät Reck setzte er sich mit 16,250 Zählern gegen den Slowenen Aljaz Pegan mit 15,825 sowie den Japaner Hisashi Mizutori mit 15,775 Zählern souverän durch. Hambüchen war schon vor der WM als Favorit dieser Disziplin gehandelt worden und hatte dem Druck standgehalten.

Mit dem Sieg ist der 19 jährige aus Wetzlar der jüngste und dreizehnte Turnweltmeister aus Deutschland. Hambüchen trat als Letzter der acht Finalisten an und beendete seine Übung, die derzeit Schwerste weltweit, perfekt im Stand. Damit war er mit seinen 1,63 Metern der Größte überhaupt. Schon zuvor hatte er Bronze mit der Mannschaft und Silber im Mehrkampf gewonnen. Damit hatte er den Medaillensatz komplett.

„Im ersten Moment konnte ich gar nichts mit mir anfangen“, berichtete Hambüchen direkt nach dem Sieg. „Dann kam das Riesenglücksgefühl, und ich habe alles rausgelassen. Es war der Hammer.“ 8.000 Menschen jubelten ihm in der ausverkauften Halle in Stuttgart zu, als er mit einem „Weltmeister“ T-Shirt in goldener Schrift seinen Fans winkte, und sich für ihre Unterstützung bedankte.

Sein Onkel Bruno Hambüchen, der auch sein Mentaltrainer ist, erklärt die psychologische Nervenstärke seines Neffen: „Auf einmal wittert er intuitiv seine Chance. Fabian Hambüchen spürt keinen Triumph, wenn andere patzen. Ein Triumphgefühl wäre gefährlich, es würde im Unterbewusstsein ein schlechtes Gewissen und die Angst erzeugen, ,wenn ich so denke, kann mir das auch passieren´“. Viele Favoriten patzten, und so schaffte es ausgerechnet der 19jährige sich voll und ganz auf sich und seine Übung zu konzentrieren.

Für den deutschen Turnerbund war die zweite WM in Stuttgart nach 1989 ein voller Erfolg. Insgesamt 80 000 Zuschauer strömten in die Schleyer-Halle, auch die Medaillenzeremonien am Schlossplatz in Stuttgarts Zentrum waren ein Erfolg. Höhepunkt der Verleihungen unter freiem Himmel war die Übergabe der Goldmedaille an Hambüchen. Während die Fans ihm enthusiastisch zujubelten analysiert Hambüchens Vater und Trainer Wolfgang den Triumph seines Sohnes gewohnt nüchtern: «Er hat alles richtig gemacht. Wenn es in die Hose gegangen wäre, dann wäre alles Kacke gewesen.“ So jedoch ist Hambüchen der deutsche Star der WM. (tb)

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